Symphonie der Sterne: So klingt das Zentrum der Milchstraße

Das Chandra X-Ray Observatory Center der NASA macht das Weltall hörbar: durch intergalaktische Musik auf Basis von Daten der Weltraumteleskope. Die Kompositionen nehmen Zuhörende mit in die Zentren von Galaxien oder an den Rand schwarzer Löcher.

Von Lisa Lamm
Veröffentlicht am 5. Dez. 2023, 08:43 MEZ
Bildliche Darstellung des Zentrums der Milchstraße mit unzähligen Sternen und riesigen Molekülwolken

Wie klingt das Universum? In Zusammenarbeit mit einer Komponistin hat ein Forschungsteam dieses Bild des Zentrums der Milchstraße hörbar gemacht.

Foto von X-ray: NASA/CXC/SAO; Optical: NASA/STScI; IR: Spitzer NASA/JPL-Caltech

Unendliche Galaxien, Lichtjahre entfernte schwarze Löcher und riesige Sternhaufen – der Weltraum und die darin vorhandenen astronomischen Objekte übersteigen die Vorstellungskraft vieler Menschen.

Das will ein Team des Chandra X-Ray Observatory Center (CXO) der NASA in Cambridge, Massachusetts, ändern. Seit 2020 arbeitet es im Rahmen des Projekts A Universe of Sound daran, das All auf eine ganz besondere Art und Weise erfahrbar zu machen: durch Musik.

Datensonifikation macht den Weltraum hörbar

Möglich ist das mithilfe von Daten, die NASA-Weltraumteleskope wie Chandra, Hubble und Spitzner gesammelt haben. Auf Basis dieser Datensätze sind Astronom*innen mittlerweile nicht nur in der Lage, Sterne, Galaxien und andere astronomische Phänomene sichtbar zu machen – sondern auch hörbar.

Dazu nutzen die Forschenden mit der sogenannten Sonifikation einen Prozess, der Daten in Klang übersetzt. „Bei der Datensonifikation werden dieselben digitalen Daten, die in Bilder umgewandelt werden, in Ton umgewandelt“, teilt die NASA mit. So war es möglich, das Zentrum der Milchstraße – also die Galaxie, in der auch unser Sonnensystem angesiedelt ist – zu vertonen:

Aus Datensätzen wird Musik

Doch wie läuft dieser Vorgang ab? Bei der Sonifikation werden Elemente des Bildes, wie Helligkeit und Positionen, Tonhöhen und Lautstärken zugewiesen. Das Projekt verwendet also mathematische Zuordnungen, um den Pixelwerten der Daten digitale Klänge zuzuordnen. Der NASA zufolge stellen Sonifikationen eine neue Möglichkeit dar, Daten aus dem All erleb- und begreifbar zu machen – vor allem für sehbehinderte Menschen.

Bei der Vertonung des Zentrums der Milchstraße nutzte das Team ein spezielles Bild der Milchstraße als Basis. Die Sonifikation führt Zuhörer*innen von der linken Seite des Bildes über die in der Milchstraße enthaltenen Sterne, ausgedehnte Gas- und Staubwolken und das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie, Sagittarius A*. Dabei stellen Töne die Position und Helligkeit der Lichtquellen dar, die Lautstärke korrespondiert mit der Intensität des Lichts. Die Gas- und Staubwolken ertönen als Dröhnen im Hintergrund und das Crescendo repräsentiert das Schwarze Loch.

Irdische Orchester und der Sound des Weltalls

Doch das war den Forschenden nicht genug. Um die galaktischen Klänge nicht nur von Computern, sondern auch von echten Musiker*innen erzeugen zu lassen, tat sich das COX mit der Komponistin Sophie Kastner zusammen. Sie wandelte die astronomischen Datensätze in Musiknoten um, die es ermöglichen, den Klang der Sterne nachzuspielen.

Das Herzstück dieser Kollaboration ist das Stück Where Parallel Lines Converge, eine Klangwiedergabe des zusammengesetzten Bildes des galaktischen Zentrums unserer Milchstraße:

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