Kaffeeanbau in Kolumbien: Die Hoffnung in Caquetá wächst weiter

Die Wiederbelebung des Anbaus qualitativ hochwertigen Kaffees stärkt kolumbianische Farmer und schafft Perspektiven für eine bessere Zukunft.

Wednesday, May 6, 2020,
Von Jack Neighbour
Die Wiederbelebung der Kaffeekultur in Caquetá geht weiter
Die Wiederbelebung der Kaffeekultur in Caquetá geht weiter

Schon die Vorfahren von Fernando Pedreros Muños lebten im abgelegenen Hochland Kolumbiens. Der Kaffeeanbau hier ist nicht einfach, denn die Zähmung der wild wachsenden Pflanze und der komplexe Weg von der Bohne zur Tasse erfordern viel Leidenschaft, harte Arbeit und Durchhaltevermögen. Doch die Mühe lohnt sich, denn die einzigartige Beschaffenheit dieser Region – eine Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, mittlerer Höhenlage und gemäßigten Temperaturen – bietet die perfekten Bedingungen zum Anbau von Arabica-Bohnen, einer der hochwertigsten Kaffeesorten der Welt. Für Don Fernando war der Kaffeeanbau auf der Farm in Caquetá, wo er aufgewachsen ist, jedoch noch viel schwieriger als unter normalen Umständen.

Fünf Jahrzehnte lang schwelte in der dicht bewaldeten Region im Süden Kolumbiens ein bewaffneter Konflikt und sorgte für Instabilität. Die Kämpfe schnitten Caquetá und seine Kaffeebauern beinahe vollständig von der Außenwelt ab. Handelsbeschränkungen und Sicherheitsbedenken zwangen die Farmer dazu, sich anderen Nutzpflanzen zuzuwenden oder ihre Farmen zu verlassen. Don Fernando war einer der wenigen, die durchhielten, bis die Unterzeichnung eines wegweisenden Friedensvertrags 2016 die langsame Regeneration des Kaffeeanbaus in Gang setzte.

Don Fernando, ein Farmer aus Caquetá, blieb dem Kaffeeanbau treu, obwohl er in einer Region lebt, die schwer von Konflikten gezeichnet ist. Seit Frieden herrscht, arbeitet er mit Nespresso am Wiederaufbau der traditionsreichen lokalen Kaffeekultur.

Bild Rena Effendi

Um Caquetás Kaffeebauern dabei zu unterstützen, ihre Kaffeekultur auf nachhaltige Weise wiederzubeleben, arbeitet die Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) mit Nespresso und seinem AAA Sustainable Quality™ Program zusammen. Mit ihrer Hilfe sollen die Farmer die Möglichkeit bekommen, die Qualität ihres Kaffees weiterzuentwickeln, die Produktionsmenge zu erhöhen und breiteren Zugang zum Weltmarkt zu erhalten. 

Aktuell nehmen etwa 1.000 Kaffeebauern am Programm teil und profitieren von technischer Hilfe, zusätzlichen Prämien für hochwertigen Kaffee und von der kontinuierlichen Unterstützung durch Agrarwissenschaftler wie Julián Andrés Velásquez, der mit den Farmern vor Ort zusammenarbeitet. Seit Julián aus der Stadt hierher gezogen ist, beobachtet er positive Veränderungen sowohl in der Lebensqualität als auch in der Qualität des Kaffees. Dieser Erfolg ist seiner Meinung nach dem Aufbau enger Beziehungen in der Gemeinschaft zu verdanken. „Ich bleibe [bei den Farmern] über Nacht, lerne all ihre Kinder kennen, manchmal ihre Eltern ... Wir bauen eine Beziehung auf und sie geben mir das Gefühl, dass sie mich wirklich als Freund betrachten“, sagt Julián. „Bei diesen Beziehungen geht es nicht nur ums Geschäft, es sind langfristige Partnerschaften ... Wir arbeiten gemeinsam an einer besseren Zukunft für uns alle.“ Diese bessere Zukunft beginnt Gestalt anzunehmen, denn Julián bemerkt, dass die Menschen in der Gemeinde immer mehr Mut fassen, um für ihren Lebensunterhalt in den Kaffeeanbau zu investieren.

Die Region Caquetá in Kolumbien gilt als Tor zum Amazonas. Klima, Höhenlage und Boden tragen zu einem ganz besonderen Arabica-Kaffee bei, dessen Geschmack mit nichts auf der Welt zu vergleichen ist.

Bild Rena Effendi

Don Fernando sah allein im letzten Jahr enorme Verbesserungen in seiner Produktion. Über die Zusammenarbeit mit Julián und Nespresso hat Don Fernando nun Zugriff auf Infrastruktur, darunter Maschinen zum Schälen und Fermentieren des Kaffees, und erhält Training zu ihrer effektiven Nutzung. Darüber hinaus kann er zum ersten Mal an die Zukunft denken – er hat eine zweite Kaffeeplantage gekauft und Julián hilft ihm, sie so vorzubereiten, dass sie in zwei bis drei Jahren hochwertigen Kaffee produziert. Don Fernandos zunehmender Erfolg hat ihn zu einer Art Botschafter für die Übernahme der neuen Anbaumethoden gemacht. In der Gemeinde gilt er als Symbol des Erfolgs und er ermutigt andere Farmer, sich dem Programm anzuschließen. „Die Leute können sehen, was Don Fernando erreicht hat. Und sie betrachten ihn als einen wichtigen Teil des Nespresso Programms. Die Leute kommen auf ihn zu und fragen ihn um Rat“, sagt Julián. 

Die Farmer in Caquetá, deren Leidenschaft für die Kaffeekultur die schwere Zeit überstanden hat, haben jetzt jedenfalls die Mittel und nötige Unterstützung, um sich zu vergrößern, ihr Leben zu verbessern und für die Zukunft zu planen. Zumindest in dieser Region können die Menschen darauf vertrauen, dass der Kaffee zurückkehrt. 

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