Die verborgene Unterwasserwelt der Tiefsee

Fotograf David Doubilet zeigt, welche Auswirkungen der Klimawandel und der Mensch auf die Bewohner der Weltmeere haben.Thursday, August 9, 2018

Von Janna Dotschkal
Bilder Von Jennifer Hayes and David Doubilet
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Für den Fotografen David Doubilet ist die Unterwasserfotografie eine Lebensweise. Seit seinem 8. Lebensjahr taucht er, und seit seinem 12. Lebensjahr hält er das, was er unter Wasser sieht, fotografisch fest. Im Jahr 2016 zog es ihn raus zu den Jardines de la Reina, einem unglaublichen Meeresreservat vor der Küste Kubas. Dieses riesige, über 2.000 km² große Schutzgebiet ist eine „flüssige Zeitkapsel“. Neben vielen weiteren Naturwundern beherbergt es ein überwältigendes Korallenriff, das von den Zeichen der Zeit und des Klimawandels so gut wie unberührt geblieben ist. Doubilet und seine Partnerin Jennifer Hayes haben es dank ihrer langjährigen Erfahrung geschafft, einen Ort in all seinen Facetten einzufangen, den nur wenige Menschen jemals zu Gesicht bekomme haben.

Ährenfische – kleine, silberfarbene Fische – schwärmen durch einen Mangrovenwald.

In unserer Serie „Through the Lens“ schauen wir uns die Arbeit von David Doubilet an und versuchen zu ergründen, was ihn bewegt.

Was war das erste Foto, das Ihnen etwas bedeutet hat?

Viele Fotos bedeuten aus unterschiedlichen Gründen etwas – aus persönlichen, beruflichen, oder weil es darum geht, etwas für die Nachwelt zu behalten. Eines meiner Fotos der Ozeane unserer Erde hat es über unseren Planeten hinausgeschafft – ein Bild eines Riffs im Roten Meer, das digital auf Platte aufgezeichnet mit an Bord der Voyager 1 gehen durfte. Das war eine große Ehre für mich.

Was wären Sie, wenn Sie kein Fotograf wären?

Pilot der US Navy, Militärhistoriker oder Banjospieler.

Wer hat Sie am meisten beeinflusst?

Ein Samtanemonenfisch inmitten einer Blasenanemone.

Da gibt es viele. Jacques Cousteau, Dr. (Doc) Harold Edgerton und die National Geographic-Fotografen Luis Marden und Bates Littlehales gehören auf jeden Fall dazu.

Was motiviert Sie, etwas zu fotografieren?

Der Wunsch, ein Foto zu machen, das die Menschen dazu bringt, über das Meer nachzudenken, sich in das Meer zu verlieben und es schützen zu wollen.

Was ist das perfekte Foto?

Stechrochen auf den Kaimaninseln, die knapp über dem Meeresboden schwimmen.

Das perfekte Foto hat die Macht, alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und sie zu halten. Fotos können bilden, etwas beleuchten, uns beschämen. Ich mag Fotos, die eine Mischung aus Wissenschaft, Naturschutz und Poesie sind.

Was ist Ihr wertvollster fotografischer Besitz?

Ein einsamer Papageienfisch im Zwiegespräch mit einem Schwarm grauer Grunzer.

ielleicht meine Unterwasser-Stroboskope. Sie erhellen eine Welt, die wir sonst nie zu Gesicht bekämen. Aber jede Ausrüstung ist ersetzbar – Menschen sind es nicht. Hinter jeder guten Story steht ein gutes Team, vom Fotografen über den Fixer, den Guide vor Ort und den Wissenschaftler bis hin zu allen, die ihr kostbares Wissen mit einbringen.

Was ist der wichtigste Tipp, den Sie aufstrebenden Fotografen geben können?

Fotografie ist eine universelle Sprache, die über alle kulturellen Grenzen hinweg spricht. Eure Fotos sind eure Stimme, die eure Leidenschaft zur Vision werden lässt. Darum folgt eurer Passion, egal ob ihr Vögel, Schmetterlinge, Bisons, Gebäude oder Ballons fotografiert. Experimentiert, macht Fehler und nutzt eure Chancen.

Weitere Bilder von David Doubilet auf seiner Website oder seinem Instagram-Account. Janna Dotschkal ist Bildredakteurin bei National Geographic.

Dieses Interview wurde zugunsten von Länge und Deutlichkeit redigiert.

 

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