Tiere

5 Tiere, die ihren Nachwuchs auf dem Rücken tragen

Arachniden können sehr fürsorgliche Eltern sein. Donnerstag, 9 November

Von Liz Langley

Wir Menschen tragen Babys oft auf unserem Rücken. Üblicherweise warten wir damit aber bis nach der Geburt.

Nicht so die Riesenwanze Lethocerus americanus. Dieses Insekt trägt seine zahlreichen Eier auf seinem Rücken herum. Das hat während eines Besuchs im Naturkundemuseum von Los Angeles County unsere Neugier geweckt.

Für die Verrückte Tierfrage der Woche fragen wir diesmal also: „Welche Tiere brüten und gebären ihren Nachwuchs auf und aus ihrem Rücken?“

VERANTWORTUNG SCHULTERN

Bei einigen Arten von Riesenwanzen sind es die Männchen, die den Nachwuchs ausbrüten und ihn umhertragen, bis er schlüpft. 

Nachdem sie sich wiederholt gepaart haben – bis zu hundertmal –, legt das Weibchen die Eier auf dem Rücken des Männchens ab. Sie sind mit einer besonderen Schicht überzogen, die das Weibchen über Drüsen in ihrem Fortpflanzungssystem produziert. Andere Arten von Wasserwanzen benutzen dieselbe Beschichtung, um ihre Eier an Pflanzen zu kleben, sagt Brian Brown, der Kurator für Entomologie am Naturkundemuseum.

Der Nachwuchs schlüpft vollständig entwickelt und bereit zum Fliehen – und das sei wahrscheinlich auch gut so, meint Brown.

„Wenn dein Vater eine Riesenwanze wäre, würdest du vermutlich auch vor ihm wegrennen wollen ... Das sind fiese, aggressive Insekten“, erklärt er.

Schließlich haben die Riesenwanzen ihren englischen Spitznamen „toe-biter“ (dt. Zehenbeißer) der Tatsache zu verdanken, dass Menschen, die versehentlich auf sie drauftreten, sich einen furchtbar schmerzhaften Biss einfangen können.

UNTER DIE HAUT

Manchmal gehen Kinder einem wirklich unter die Haut. Wortwörtlich.

Bei einigen Arten der Beutelfrösche in Süd- und Mittelamerika, wie zum Beispiel bei Gastrotheca cornuta, brüten die Weibchen ihre Eier in einem Beutel unter der Haut ihres Rückens aus.

Nachdem das Weibchen ihre Eier aus ihrer Kloake – der Allzwecköffnung – gepresst hat, nimmt das Männchen die Eier mit seinen Hinterläufen auf und schiebt sie auf den Rücken des Weibchens oder in ihren Beutel, sagt William Duellman. Er ist ein pensionierter Herpetologe an der Universität von Kansas und Autor des Buches „Marsupial Frogs“ (dt. Beutelfrösche).

Das Gewebe im Beutel ermöglicht den lebenswichtigen Austausch von Gasen und Nährstoffen zwischen den Eiern und dem Körper der Mutter, so Duellman. 

An anderer Stelle im Stammbaum der amphibischen Hüpfer kleben sich die Froschmütter der Gattung Hemiphractus ihre Eier direkt an die Haut.

Manche Arten brüten nur ein paar Eier aus, sagt Duellman. Diese Rucksackmethode sei „eine Art der elterlichen Pflege, die sicherstellt, dass der Nachwuchs es zumindest durch die Brutphase schafft.“

Manche Pfeilgiftfrosch-Väter fungieren als Taxis und bringen ihre frischgeschlüpften Kaulquappenkinder auf ihrem Rücken zu Wasserlachen. Dort können sie dann heranreifen, erklärt Greg Pauley, ein Herpetologe am Naturkundemuseum von Los Angeles.  

SKORPIONSTAPEL

Geißelspinnen, die wie eine alptraumhafte Mischung aus Skorpion und Spinne aussehen, bilden tatsächlich ihre eigene Ordnung der Spinnentiere. Auch sie tragen ihre neugeborenen Jungen auf dem Rücken. Die Mütter kleben ihre Jungen nach dem Schlüpfen auf ihren Rücken, wo sie die Chance haben, sich an einem sicheren Ort zu entwickeln.

Neugeborene Skorpione werden „mit weichen Körpern geboren, was ihnen vermutlich dabei hilft, durch den Geburtskanal zu kommen“, sagt Lauren Esposito, eine auf Skorpione spezialisierte Biologin an der California Academy of Sciences in San Francisco.

Wenn die kleinen Skorpione auf die Welt kommen, formt die Mutter mit ihren Scheren einen „Geburtskorb“, das den Neugeborenen auf ihren Rücken hilft.

Die kleinen Skorpione wissen instinktiv, wie sie auf den Rücken der Mutter gelangen. Sie arrangieren sich in dem Geburtskorb auf eine ganz bestimmte Weise, die charakteristisch für ihre Art ist.

Ein großer Stapel voller Skorpione ist garantiert eine Vorstellung, die man mit sich herumtragen möchte. Süße Träume.

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