Tiere

Aufgeflogen: 6 bizarre Tierschmuggel-Aktionen

So mancher Schmuggler wird richtig kreativ, wenn es darum geht, exotische Tiere durch die Flughafenkontrolle zu schleusen.Montag, 5. November 2018

Von Sasha Ingber
Einer von elf lebenden Ottern, die auf dem internationalen Flughafen von Bangkok in einem herrenlosen Gepäckstück gefunden wurden.

Auf dem Suvarnabhumi International Airport in Bangkok entdeckten Behörden 2013 elf lebende Otter in einem großen Gepäckstück, das bei der Gepäckausgabe nicht abgeholt wurde.

Sechs davon waren Indische Fischotter (Lutrogale perspicillata) – die größte südostasiatische Art – und bei fünf handelte es sich um Zwergotter (Aonyx cinerea), mit nur fünf Kilogramm die kleinste Otterart der Welt. Beide Arten haben in Südostasien kein leichtes Leben.

Nicht nur ihr Pelz ist in der Modeindustrie gefragt, auch ihre Organe und ihr Fleisch sind in der Gastronomie und der traditionellen Heilkunde beliebt. Zusammen mit der Zerstörung ihres Lebensraums und der Umweltverschmutzung sorgte das für einen starken Rückgang beider Populationen.

Aber Otter sind nicht die einzigen Opfer des illegalen Wildtierhandels. Die Schmuggler lassen sich immer wieder neue, teils regelrecht bizarre Taktiken einfallen, um Tiere durch Flughafenkontrollen zu schmuggeln: Sie stecken sie ins Handgepäck, packen sie in Koffer oder verstauen sie in Kisten.

„Die USA beschlagnahmen jedes Jahr illegal gehandelte Wildtiere im Wert von zehn Millionen Dollar, aber das kratzt nur an der Oberfläche“, sagte Edward Grace, der stellvertretende Direktor der Vollstreckungsbehörde des U.S. Fish and Wildlife Service. „Jeden Tag schmuggelt irgendwer irgendwo auf der Welt Wildtiere.“

Und manchmal mag man kaum glauben, was sich die Leute alles einfallen lassen.

Vögel

Ein Niederländer wollte mehr als ein Dutzend Kolibris durch die Flughafenkontrolle in Französisch-Guayana schmuggeln. Er wickelte die Tiere kurzerhand in Stoff ein und steckte sie in eine Tasche, die er sich auf Hüfthöhe in seine Hose genäht hatte. Er verschloss die winzigen Bündel sogar mit Klebeband, damit die Vögel nicht entkommen konnten. Sein Gezappel und Gefummel sorgte letztlich dafür, dass die Zollbeamten die Vögel entdeckten.

Primaten

Im Jahr 2002 versteckte ein Mann aus Los Angeles bei seiner Rückreise von Bangkok zwei Plumploris in seiner Unterwäsche. Er gestand den Schmuggel, nachdem Beamte seinen Koffer geöffnet hatten – aus dem ein Paradiesvogel flatterte. In seinem Gepäck befanden sich außerdem 50 seltene Orchideen.

Krokodile

Ein Passagier hatte im Jahr 2010 ein Krokodil an Bord eines Flugzeugs geschmuggelt, das in der Demokratischen Republik Kongo startete. In der Maschine befreite sich das Tier aus der Reisetasche, versetzte die Crew und Passagiere in Panik und sorgte schlussendlich dafür, dass das Flugzeug abstürzte. Nur einer der 21 Passagiere überlebte das Unglück und berichtete von dem Vorfall. Auch das Krokodil überlebte den Absturz, wurde aber später mit einer Machete getötet.

Schlangen und andere Reptilien

Ein Händler für exotische Tiere wollte 2011 sage und schreibe 247 Reptilien und Spinnen von Argentinien nach Spanien schmuggeln. Ein Röntgenscan ließ sein Vorhaben auffliegen. Unter den Tieren befanden sich auch Exemplare gefährdeter Arten wie Boa constrictor, giftige Grubenottern und Spinnen. Die Tiere waren in Plastikbehältern, Tüten und Socken verstaut.

Tropische Fische

Zollbeamte im australischen Melbourne hatten seltsame Platschgeräusche von einer Frau vernommen, die aus Singapur angereist war. Bei einer Untersuchung fanden sie unter ihrem Rock eine Schürze mit zahlreichen Taschen, in denen sich insgesamt 15 Beutel mit Wasser befanden – und darin schwammen 51 tropische Fische.

Großkatzen

Ein Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verstaute 2011 zwei Leoparden, zwei Panther, einen Kragenbären und zwei Makaken in seinem Gepäck. So beladen wollte er seinen Flug im Suvarnabhumi International Airport in Bangkok antreten, flog aber bei der Sicherheitskontrolle auf. Alle Tiere waren jünger als zwei Monate und für die Reise betäubt worden. Einige von ihren befanden sich in flachen Käfigen, während andere in Behälter mit Luftlöchern gelegt wurden.

 

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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