Weltwasserbericht: Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Selbst in Europa haben 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern. In Deutschland bereitet die Gewässerqualität Sorgen.Dienstag, 19. März 2019

Sauberes Trinkwasser ist schon heute vielerorts ein rares Gut. In den nächsten Jahrzehnten wird die Nachfrage weiter deutlich steigen.
Sauberes Trinkwasser ist schon heute vielerorts ein rares Gut. In den nächsten Jahrzehnten wird die Nachfrage weiter deutlich steigen.
bild Shutterstock

Wasser wird immer kostbarer: 2,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser, 4,3 Milliarden können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. Das geht aus dem aktuellen Wasserbericht der Unesco zum Weltwassertag am 22. März hervor. Die Hälfte der Menschen mit unzureichender Trinkwasserversorgung lebe in Afrika.

Wassernot in Kenia: Ein Samburu-Hirte mit einem Tierkadaver.
Wassernot in Kenia: Ein Samburu-Hirte mit einem Tierkadaver.
bild National Geographic Creative

„Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte. Doch für Milliarden Menschen sind diese Rechte nicht verwirklicht“, betont Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission. Nötig seien höhere und effektivere Investitionen in die Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Sanitärversorgung, gerechte Gebühren sowie mehr Forschung und Innovation.

Selbst in Europa und in Nordamerika haben nach Burchardts Worten 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern. Auch der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen bleibe 36 Millionen Menschen in beiden Kontinenten verwehrt.

Sehr gut sei hingegen die Trinkwassersituation in Deutschland: „Fast 100 Prozent aller Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und haben Zugang zu sicheren sanitären Anlagen“, sagt Burchardt. „Unser Trinkwasser erfüllt laut Umweltbundesamt nahezu alle Qualitätsanforderungen.“

Handlungsbedarf sieht die Unesco allerdings bei den Gewässern. Nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche seien in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. „Deshalb brauchen wir unter anderem eine neue Landwirtschaftspolitik“, fordert Burchardt.

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