Umwelt

Explorer Camp – Climate: Die Macher von morgen

Was können wir heute tun, um unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten? Um diese Frage ging es in einem dreitägigen Workshop für Jugendliche in Berlin.Freitag, 5. Juli 2019

Von Melissa Holland-Moritz
Macherin von morgen: Eine Teilnehmerin des Explorer Camps arbeitet konzentriert an ihrer Präsentation.

Um unseren Planeten auch für die kommenden Generationen zu bewahren, müssen wir konsequent neue Wege gehen. Probleme wie immer neue Hitzerekorde, Dürre oder die weltweite Umweltverschmutzung durch Plastik machen das deutlich. Was können wir tun, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten? Unter dieser Frage fand das Allianz Explorer Camp | Climate Edition im Columbia Theater in Berlin statt.

Drei Tage, 50 Menschen: im Mai kamen in Berlin junge Menschen aus aller Welt zusammen, um nach Lösungen zu suchen. Lösungen für ein umweltfreundlicheres Miteinander auf der Erde. Einige der Jugendlichen besuchen Schulen, die einen besonderen Fokus auf Umwelterziehung setzen oder bereits beim Wettbewerb Berliner Klimaschulen mitgemacht haben. Alle Teilnehmer verbindet der Drang, etwas zu verändern. Im Workshop sollten die 16 bis 19-Jährigen Ideen für die Schlüsseltechnologien der Zukunft sammeln: Wie können Technologien uns unterstützten – und dabei die Erde und die Umwelt nicht weiter belasten?

Unterstützung bekamen die Teilnehmer von Experten wie Formel-1-Weltmeister und Mitgründer des GREENTECH Festivals Nico Rosberg, dem ehemaligen ESA-Astronaut Gerhard Thiele, Designer, Unternehmer und Gründer der Umweltorganisation Parley for the Oceans Cyrill Gutsch sowie den National Geographic Explorern Asher Jay und Martina Capriotti. Produkte sind nicht wirklich durchdacht“, sagte Cyrill Gutsch. „Was passiert mit ihnen, wenn wir sie nicht mehr brauchen? Dieser Aspekt wird bei den meisten Produktentwicklungen nicht mitgedacht.“ Diese Einstellung könne man sich heute nicht mehr leisten.

Drei Tage – Drei Challenges

Eingeteilt in acht Teams erarbeiteten die Macher von morgen Lösungen für drei konkrete Herausforderungen aus jeweils drei Themenfeldern: Mobilität, Energie und Konsum. Die zentralen Fragen: Wie könnten wir die Energie in Gebäuden reduzieren? Wie die Batterien von Elektrofahrzeugen weiterverwerten, wenn sie für diese nicht mehr nutzbar sind? Und wie können wir es schaffen, den Plastikmüll in unserem Alltag zu reduzieren?

Als Challenge-Partner standen die Unternehmen Allianz, DHL und National Geographic mit ihrer Expertise im entsprechenden Feld zur Seite.

“Ich denke, es ist extrem wichtig, dass Unternehmen jungen Leuten die Möglichkeit geben, sich Gedanken über Probleme zu machen, die die gesamte Menschheit betreffen.”

von Gerhard Thiele
ESA-Astronaut

Zusammen für die Zukunft

Brands müssen den Konsumenten vorleben, wie Nachhaltigkeit funktioniert“, sagt National Geographic Explorer Asher Jay. Die New Yorkerin bezeichnet sich als „wilde Kreative“: Sie malt, designt, schreibt und hält Vorträge. Im Zentrum ihrer Arbeit steht dabei immer eines: der weltweite Artenschutz. Sie beschreibt die kommenden Generationen als weniger egozentrisch und besonders offen für Zusammenarbeit. Dies sei mehr als notwendig, um globale Veränderungen zu ermöglichen. Gehandelt werden müsse jetzt: „Was gestern schon getan werden sollte, wird heute noch debattiert und verhandelt“, beklagt sie.

National Geographic Explorer Martina Capriotti hat bereits als Teenagerin beim Tauchen mit eigenen Augen gesehen, wie stark die Meere verschmutzt sind: Acht bis neun Millionen Tonnen Plastikmüll landen Jahr für Jahr in den Ozeanen. Daran will sie etwas ändern. Heute untersucht die italienische Meeresbiologin, wie sich chemische Verunreinigung und Mikroplastik auf die Ökosysteme der Meere auswirken. Ihr Werdegang zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren. „Dass wir alle betroffen sind, ist längst klar“, sagt sie. Es müsse jedoch ein größeres Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass jeder einzelne auch etwas dagegen tun kann.

Die Gewinner

Das Gewinnerteam „The 4th second“ konnte die Jury mit seiner Idee „FutureApp“ in der Kategorie Energy überzeugen. Die Idee: mit einer App soll der eigene Energieverbrauch mit dem von Freunden gemessen werden. So entsteht ein Wettbewerb um den umweltfreundlichsten Lebensstil.

In der Kategorie Mobility gewann das Team „BBS – Better Battery Solutions“ mit ihrem Konzept für „Green Charging Stations“. Hier sollen ausgediente Batterien aus Elektroautos als Ladestation für Privatpersonen verfügbar gemacht werden.

Beim Thema Consumption, das von National Geographic betreut wurde, konnte ebenfalls eine App überzeugen: „Voice for Choice“ soll es Menschen erleichtern, plastikfrei einzukaufen. Mit der globalen Initiative Planet or Plastic setzt National Geographic sich bereits dafür ein, das Bewusstsein für die dramatische Vermüllung unseres Planeten zu schärfen und Lösungswege aufzuzeigen. Das Credo dabei: „Den Unterschied machst DU“. Die Idee hinter „Voice for Choice“ ist dafür genau der richtige Ansatz.

Drei Gewinner – keine Verlierer: Am Ende der drei Tage haben alle viel voneinander gelernt, Kontakte geknüpft und neue Perspektiven erlangt. Katharina Völker, Partnership Managerin der Allianz, fasst das Ergebnis des Workshops gerührt zusammen: „Mir fehlen wirklich die Worte, weil ich Tränen in den Augen hatte. Die erarbeiteten Lösungen zeigen, dass hier wirklich die richtigen Leute an einem Ort waren. Deshalb bedanke ich mich für jeden Einzelnen, der ein Teil des Ganzen war.“ Bereits jetzt ist der größte Sieg für alle Beteiligten die Gewissheit, dass viel bewegt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen.

Erfahrt hier mehr zu den zukünftigen Stationen des Allianz Explorer Camp!

 

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