Wie gefährlich sind Tattoos?

Immer mehr Menschen in Deutschland sind tätowiert. Doch die Farbe unter Haut kann zum Gesundheitsrisiko werden.

Von Jens Voss
Veröffentlicht am 13. Dez. 2023, 09:39 MEZ
Eine Tätowiererin tätowiert den Oberarm einer Frau.

Tattoos sind beliebter denn je – aber nicht ungefährlich.

Foto von Adobe Stock

Sind Tätowierungen schädlich?

Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland ist tätowiert – Tendenz steigend. Welche gesundheitlichen Auswirkungen die Tattoo-Farben langfristig im Körper haben, ist noch weitgehend unbekannt.

Fest steht: Inzwischen wurden EU-weit viele Farben und Zusatzstoffe verboten, weil sie gesundheitsschädlich sind oder im Verdacht stehen, es zu sein. Klar ist auch: Die Pigmente oder deren Abbauprodukte können durch den Körper wandern. Außerdem können Tätowierungen Allergien und andere Gesundheitsprobleme auslösen.

Welche Risiken entstehen durch das Stechen? Enthalten die Farben krebserregende Stoffe? Wie lässt sich ein Tattoo sicher wieder entfernen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) gibt Antworten auf wichtige Fragen.

Galerie: Älteste ägyptische Tattoos an Mumien gefunden

Sind Tattoos gesundheitsschädlich?

Infektionen, Fremdkörperreaktionen, Allergien: Laut Bfr können direkt nach dem Stechen unerwünschte Folgen auftreten. Auch spätere Narben sind möglich. Inzwischen sind rund 4.000 Chemikalien in Tattoo-Farben in der EU verboten worden. Zuletzt wurden unter anderem die Pigmente „Blau 15:3“ und „Grün 7“ aus dem Verkehr genommen. Sie waren auch in vielen Mischfarben enthalten. Die Tätowierflüssigkeit besteht außerdem aus weiteren Inhaltsstoffen wie Konservierungs- oder Verdickungsmitteln. Über die Langzeitwirkungen ist grundsätzlich wenig bekannt. Es mangelt an Studien.

Sind Tattoos krebserregend?

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Tattoos Krebs auslösen können. Chronische Krankheiten wie Krebs treten oft erst viele Jahre nach einer bestimmten Einwirkung auf. Deshalb können Fachleute sie nur schwer mit Tattoos in Verbindung bringen. Allerdings wurden immer wieder krebserregende Stoffe in Tätowiermitteln gefunden. Eine Studie hat gezeigt, dass Farbpigmente und toxische Stoffe als winzige Partikel durch den Körper wandern. Sie wurden zum Beispiel in den krebsanfälligen Lymphknoten gefunden. 

Gibt es unbedenkliche Tattoo-Farben?

Tätowiermittel werden amtlich auf Schwermetalle, Konservierungsstoffe sowie auf ihre Keimbelastung untersucht und regelmäßig kontrolliert. Stoffe, von denen ein Gesundheitsrisiko ausgeht, unterliegen einer EU-weiten Verwendungsbeschränkung. Aktuell weiß man aber noch zu wenig über gesundheitsschädliche Auswirkungen der Farbpigmente im Körper. Eine Positivliste mit gesundheitlich unbedenklichen Farben existiert nicht.

Riechen durch die Haut statt durch die Nase?
Unsere Nase ist nicht das einzige Organ, das Gerüche wahrnehmen kann. Unsere Haut kann das auch.

Sollte man Tattoos vor der Sonne schützen?

Tätowierte Hautstellen reagieren besonders empfindlich auf die Sonneneinstrahlung. Dabei kann es zu Schwellungen, Juckreiz, Stechen, Schmerzen und Hautrötungen kommen. Diese Reaktionen sind nicht auf bestimmte Pigmente beschränkt. Sie können in Sekundenschnelle aufflammen und auch wieder abklingen. Das Bfr empfiehlt deshalb, Tattoos vor der Sonne zu schützen.

Wie lassen sich Tattoos am besten wieder entfernen?

Die Entfernung eines Tattoos ist schwierig und mit einigen Risiken verbunden. Wird die Behandlung nicht sachgerecht durchgeführt, kann es zu Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen, Narbenbildung und andere Nebenwirkungen kommen. Das BfR rät, Tätowierungen nur mit medizinisch anerkannten Verfahren und von geschultem Personal entfernen zu lassen. Beste Resultate bringt die Laserentfernung. Sie darf nur von Ärzten vorgenommen werden. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht.

loading

Nat Geo Entdecken

  • Tiere
  • Umwelt
  • Geschichte und Kultur
  • Wissenschaft
  • Reise und Abenteuer
  • Fotografie
  • Video

Über uns

Abonnement

  • Magazin-Abo
  • TV-Abo
  • Bücher
  • Newsletter
  • Disney+

Folgen Sie uns

Copyright © 1996-2015 National Geographic Society. Copyright © 2015-2024 National Geographic Partners, LLC. All rights reserved