Von Gruselclowns und Harlekins – ein Image im Wandel der Zeit

Ein Blick ins Fotoarchiv von National Geographic gewährt Einblicke in das Clownsdasein im frühen 20. Jahrhundert. Und das war nicht halb so tragisch, wie man meinen könnte.Donnerstag, 20. Februar 2020

Von National Geographic Staff

Der Zirkus zählt zu den ältesten Touristenattraktionen der Welt und wird vermutlich durch keine Figur so gut verkörpert wie durch den Clown.

“Hinter dem witzigen Make-up der Clowns steckt nicht halb so viel Tragik, wie die Leute gern glauben. ”

NATIONAL GEOGRAPHIC MAGAZINE, OKTOBER 1931

Verschiedene Varianten dieses wortwörtlich komischen Charakters existieren in fast jeder Zivilisation der Geschichte: Sie traten als Pantomimen im antiken Griechenland auf, vor den ägyptischen Pharaonen, am chinesischen Hof und in den Stücken Shakespeares. Phineas T. Barnum, der Gründer des Barnum & Bailey Circus, sagte einst: „Elefanten und Clowns sind die Aufhänger eines jeden Zirkus.“

Historisch betrachtet dienten sie dazu, die Leute zu bespaßen und Witze zu machen. Allerdings veränderte sich das Image der Clowns im Laufe der Zeit. Heutzutage zeichnen Stephen Kings mehrfach verfilmter Horrorroman „Es“ von 1986 und der von Charles Dickens herausgegebene Roman „Ich – der Komödiant. Die Memoiren des Joseph Grimaldi“ ein recht düsteres Bild des Clowns. Diese Trope wurde im Horrorgenre über die letzten Jahrzehnte weiter kultiviert und gepflegt.

Die Fotografien von Richard Hewitt Stewart für die Oktober-Ausgabe des National Geographic Magazins von 1931 wirken auf den heutigen Betrachter vielleicht etwas unheimlich, aber im Grunde steht der Artikel im Kontrast zu dem düsteren Ruf des Clowns. „Hinter dem witzigen Make-up der Clowns steckt nicht halb so viel Tragik, wie die Leute gern glauben“, schrieb der Autor Francis Beverly Kelley. „Alles in allem ist die Berufung des Clowns eine noble. Die Welt ist voller Tränen, und der Mensch ist von Natur aus ein trauriges Geschöpf. Es braucht unendlich viel mehr, um uns in schallendes Gelächter ausbrechen zu lassen als in Tränen.“

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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