„Die größte Geschichte der Erde ist die Erde selbst.“

Wer unseren Planeten erforscht, lernt ihn wertzuschätzen. Und wer ihn wertschätzt, will ihn schützen. Dienstag, 27. Februar 2018

Von David Doubilet
Der Fotograf und Forscher David Doubilet ist seit 1994 Rolex-Botschafter und hat fast 70 Reportagen für National Geographic produziert. Diese Wand eines Fjords voller Seeanemonen nahm er in Bonne Bay auf, Teil des Nationalparks Gros Morne im ostkanadischen Neufundland.

National Geographic gestaltete diese Seiten als Teil der Partnerschaft mit Rolex.

In diesem Geist sind die National Geographic Society und Rolex eine neue Partnerschaft eingegangen, um Exploration und Naturschutz zu fördern. Gemeinsam wollen beide Organisationen erfahrene Wissenschaftler unterstützen, junge Forscher voranbringen und die Wunder der Erde bewahren.

Zwei der größten Leistungen des 20. Jahrhunderts waren die Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay (o., v. l., während des Aufstiegs) und die Entdeckung des Nordpols.

GEMEINSAM DIE ERDE ERKUNDEN UND SCHÜTZEN 

„Endlich am Pol!“, schrieb Robert Peary in sein Tagebuch, nachdem er und seine Mannschaft 1909 als erste Menschen den Nordpol erreicht hatten. Die Expedition wurde von der National Geographic Society unterstützt.

Am 29. Mai 1953 waren Edmund Hillary und Tenzing Norgay die ersten Bergsteiger, die den Gipfel des Mount Everest bestiegen – als Teil einer Expediton, die von Rolex gefördert und ausgestattet wurde.

Zusammen haben die National Geographic Society und Rolex mehr als 200 Jahre Erfahrung darin, Expeditionen und Forscher zu unterstützen. Auf dieser Basis gehen sie nun eine einzigartige Partnerschaft ein. Wie bereits im 20. Jahrhundert werden sie Pioniere darin unterstützen, noch nicht kartierte Regionen zu erforschen. Darüber hinaus verfolgt die Zusammenarbeit aber eine größere Mission: Sie will das wissenschaftliche Verständnis für die Wunder der Welt vertiefen und dafür sorgen, dass diese bewahrt werden.

Robert Peary, der diese Expedition anführte, nahm das Foto unten in der Umgebung des Pols auf. Es zeigt eine von mehreren Flaggen, die von seinem Team gepflanzt wurden. Zur Mannschaft gehörten die Inuit Ooqueah, Ootah, Egingwah und Seegloo sowie der Amerikaner Matthew Henson.

Die Partner wollen sich besonders um den Schutz und die Erforschung der Ozeane, Pole und Berge kümmern. Sie werden von engagierten Wissenschaftlern und Storytellern geführte Expeditionen ermöglichen und begleiten sowie Forschung unterstützen, die zu wissenschaftlichen Entdeckungen, neuen Technologien und innovativen Lösungen führen. Zudem wollen sie informieren und Bildungsarbeit leisten.

Was die Ozeane betrifft, passiert schon viel. Auf nationalgeographic.com werden Beiträge veröffentlicht, die durch die Partnerschaft inspiriert sind: Fotos, Illustrationen und Reportagen über die Meere. Die Website wird regelmäßig mit Inhalten bestückt, die zudem über Social-Media-Kanäle geteilt werden.

Beide Partner pflegen schon lange Beziehungen zu Persönlichkeiten der Meeresforschung: zur Ozeanografin Sylvia Earle, die seit 1970 mit Rolex zusammenarbeitet; zu Don Walsh, der 1960 im Tauchboot den tiefsten Punkt der Meere erreichte; zum Regisseur James Cameron, der 2012 in einem U-Boot in größte Tiefen abtauchte; zum Unterwasserfotografen Brian Skerry, dem Rolex National Geographic Explorer 2017. Rolex und die National Geographic Society fühlen sich verpflichtet, neue Generationen von Entdeckern zu begleiten. Die Frauen und Männer auf den nachfolgenden Seiten sind exemplarisch für diese Leidenschaft.

NATURSCHUTZ FÜR ALLE 

Dieser Ballon ist mit einer Kamera ausgestattet. Shah Selbe (l.) und sein Assistent Aaron Grimes wollen damit die kalifornische Küste kartieren.

„Technik im Naturschutz wird immer wichtiger“, sagt Shah Selbe. Der ehemalige Raketeningenieur hat Conservify gegründet: Die Nonprofit-Organisation entwickelt Open-Source-Technologie, mit deren Hilfe sich Laien an wissenschaftlichen Projekten beteiligen können – sie bekommen Zugriff auf Satellitendaten, Sensoren und Apps. Selbe hat GPS-Tracker entworfen, die sich in den Flossen von Haien verbergen lassen, um den illegalen Handel damit zu verfolgen. Er hat ein Drohnensystem erdacht, das Meeresschutzgebiete überwachen kann. Kürzlich hat sein Team eine Drohne hergestellt, die akustische Bilder der Umgebung in Echtzeit aufzeichnen und sogar Höhlen durchfliegen kann.

SOUNDCHECK IN DER TIEFSEE 

Von Spanien aus überwacht Michel André sein Projekt: Er sammelt Daten über den Geräuschpegel im Meer. So lassen sich Maßnahmen ergreifen, um die negativen Folgen für Meerestiere zu dämpfen.

Der Ozean ist nie so still, wie er manchmal erscheint. Meerestiere, Stürme und Erdbeben erzeugen ebenso wie Tausende Schiffe und Unterwasserbohrungen ein ziemliches Getöse. Für Wale und Delfine ist das ein Problem: Ihre Fähigkeit, mithilfe von Schallwellen zu navigieren, leidet darunter. Der Lärm kann langfristige physiologische Folgen haben.

Der Bioakustiker Michel André erforscht diese Geräusche entlang von Schiffsrouten, in Häfen und abgelegenen Regionen. „Seit einigen Jahrzehnten wissen wir, dass die Folgen des Lärms, den menschliche Aktivität hervorruft, die gesamte Nahrungskette beeinträchtigen“, sagt er. Andrés Team hat das System „Lido“ („Listening to the Deep Ocean Environment“) entwickelt – es führt Daten von 22 Unterwasserhorchposten zusammen und vergleicht sie mit den Mustern von Wanderungsbewegungen. Das Ziel: Wenn man weiß, wo sich die schallempfindlichen Tiere aufhalten, könnten Schiffe ihren Kurs geringfügig ändern, um sie zu schonen.

ÜBER ALLE MEERE

Auf der Eisdecke vor der Küste Grönlands spielt Ghislain Bardout während des kurzen Sonnenscheins mit seinem älteren Sohn Robin und Hund Kayak.

Ghislain Bardout und seine Frau Emmanuelle Périé-Bardout haben mit Unterstützung von Rolex bereits die Welt unter der arktischen Eiskappe erforscht. Ihre neue Mission: alle Breitengrade der Erde vom hohen Norden bis zur Küste der Antarktis zu queren. 80000 Kilometer will das Paar in drei Jahren zurücklegen. Die Expedition soll in einige der entlegensten Gewässer der Welt führen und in Tiefen, die selten ein menschliches Auge erblickt hat. Das Paar plant, marine Ökosysteme im Mesopelagial zu erforschen – in diese Zone zwischen 200 und 1000 Meter Tiefe dringt kaum Licht vor. Die beiden arbeiten an einer Unterwasserkapsel, die es Tauchern ermöglichen soll, mehrere Tage lang unter Wasser zu bleiben.

Noch überwintern Ghislain und Emmanuelle in Alaska, aber im März nehmen sie Kurs auf Polynesien. Ihre Begleiter bei diesem Abenteuer: die beiden Söhne, ein und fünf Jahre alt.

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