Dies sind die besten Trips für das Jahr 2020

Wohin die Reise gehen sollte, was es zu wissen gilt und wie man jetzt am besten die Welt sieht.

Tuesday, December 31, 2019,
Von National Geographic

Die Welt erwartet dich. Wohin soll's als nächstes gehen? Unsere Redakteure und Entdecker wählen die 25 aufregendsten Ziele für das kommende Jahr aus. Für unsere jährliche Best-Trips-Liste arbeiteten wir mit den Redaktionsteams der 17 internationalen Ausgaben des National Geographic Traveler sowie unseren eigenen Globetrotter-Expertinnen und -Experten zusammen, um über die wichtigsten und nachhaltigsten Sehenswürdigkeiten zu berichten, die im Jahr 2020 eine Reise wert sind. Sachen packen – es kann losgehen!

Eine Nachbildung der Stari Most (Alten Brücke) aus dem 16. Jahrhundert überquert die Neretva in Mostar, Bosnien und Herzegowina.
Bild Andrew Compton, Alamy Stock Photo

Mostar, Bosnien und Herzegowina

Warum sich eine Reise lohnt: 25 Jahre Frieden

Was man wissen sollte: Nachdem die Stadt während des Bosnienkriegs (1992 - 1995) teilweise zerstört wurde, sind im geschichtsträchtigen Mostar auch heute noch die Narben der Vergangenheit zu sehen. Zahlreiche Gebäude, in der als osmanische Grenzstadt des 15. Jahrhunderts gegründeten Altstadt, wurden in den 25 Jahren seit dem Abkommen von Dayton, das für relative Ruhe in der Westbalkanregion sorgte, wiederaufgebaut oder restauriert. Bei einem Spaziergang begegnen Reisende den neu renovierten Wohnungen, neben Gebäuden, die mit Einschusslöschern übersäht sind. Lokale und internationale Künstlerinnen und Künstler dekorieren die verlassenen Bauwerke regelmäßig mit farbenfrohen Wandmalereien. Mostars greifbarstes Friedenssymbol ist die Stari Most (Alte Brücke) aus dem 16. Jahrhundert, die im Jahr 2004 neu errichtet wurde. Sie verbindet die vornehmlich christlich-kroatische Westseite mit dem hauptsächlich muslimisch-bosnischen Osten der Stadt. – Barbera Bosma, Managing Editor, Nat Geo Travel Niederlande

Wann man reisen sollte: Mai

Die Frauen des indigenen Volks Miao in der chinesischen Provinz Guizhou tragen bei besonderen Anlässen aufwendigen Kopfschmuck aus Leinen und Wolle.
Bild Stefano Cestari

Provinz Guizhou, China

Warum sich eine Reise lohnt: Dörfer, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Was man wissen sollte: Historisch ist Südwest-Guizhou eine der isoliertesten und unergründetsten Provinzen Chinas. Inzwischen erlangt die Provinz jedoch weltweite Bekanntheit als Zentrum von Cloud Computing und Big Data. Die reichen Wasservorkommen der bergigen Region sowie das kühle Klima ziehen Apple, Huawei und andere Tech-Giganten an, die Standorte in der Provinzhauptstadt Guiyang etablieren oder bereits eröffnet haben. Diese Begeisterung für Bytes hat dafür gesorgt, dass die gesamte Provinz, einschließlich der traditionellen Dörfer der ethnischen Minderheiten wie der Bouyei, Dong und Miao, heute deutlich besser erschlossen ist. In den indigenen Dörfern im Osten Guizhous scheinen die Tage besonders langsam zu vergehen. Die Einwohner arbeiten als Bauern oder üben sich in traditionellen Textilhandwerken – wie Weben, Stickerei oder Batik –, die bereits seit dem sechsten Jahrhundert praktiziert werden. – Lu Yi, Managing Editor, Nat Geo Travel China

Wann man reisen sollte: April - Mai

Schneebedeckte Bäume, die als Schneemonster bekannt sind, verwandeln das Skigebiet Zao im Süden Tohokus in ein japanisches Wintermärchen.
Bild The Asahi Shimbun, Getty Images

Tohoku, Japan

Warum sich eine Reise lohnt: Den Olympia-Massen auf natürliche Weise entkommen

Was man wissen sollte: Tohoku liegt weniger als drei Stunden mit dem Zug von Tokio und somit vom Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2020 entfernt – und sollte definitiv die Goldmedaille als bestes unbekanntes Reiseziel erhalten. Die Region umfasst die sechs nördlichsten Verwaltungsbezirke auf Honschu, der größten Insel Japans, und bietet neben unberührten Wäldern, Schluchten und Kraterseen auch tausend Jahre alte Tempel und Schreine sowie ehrwürdige lokale Feste. Dennoch verschlägt es nicht einmal zwei Prozent der internationalen Reisenden hierher. Eine Wanderung wert, ist der Küstenwanderweg Michinoku, der sich über knapp 1.000 Kilometer von Aomori nach Fukushima erstreckt. Fukushima wurde während des Tsunamis im Jahr 2011 verwüstet und der neu eröffnete Weg ist ein bewegendes Symbol für das Wiederaufleben der Region. Skifahrer wird interessieren, dass Tohoku regelmäßig einige der schwersten Schneefälle der Welt verzeichnet. In Skigebieten wie Appi Kogen sind zudem erfreulich wenig Fahrer unterwegs.

Wann man reisen sollte: Das ganze Jahr.

Die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende Gemeinde Hollókő in Ungarn begeht das Osterfest mit einer Messe, einer Prozession und Volkstänzen, bei denen die Mädchen farbenfrohe traditionelle Kostüme tragen.
Bild Martin Zwick, Getty Images

National Blue Trail, Hungary

Warum sich eine Reise lohnt: Beschreite einen der weniger bekannten europäischen Wege.

Was man wissen sollte: Wenngleich Ungarn nicht mit himmelhohen Berggipfeln aufwarten kann (der höchste ist der Kékes mit 1.014 Metern), ist es dank des Országos Kéktúra (etwa: blaue Landestour) dennoch ein wahres Paradies für Wanderbegeisterte. Der Országos Kéktúra schlängelt sich 1.128 Kilometer vom Berg Írottkő entlang der westlichen Grenze zu Österreich bis zur nordöstlichen Gemeinde Hollóháza, nahe der Slowakei. Ein fantastisches Geflecht aus mit weiß-blau-gestreiften Wegweisern markierten Wegen bildet den Országos Kéktúra. Als Teil des ungefähr 10.450 Kilometer langen europäischen Fernwanderwegs E4, der in Spanien beginnt und (mit Fährverbindungen) in Zypern endet, geht der Országos Kéktúra auf das Jahr 1938 zurück und wurde als Europas erster Fernwanderweg anerkannt. Den Országos Kéktúra kann man als Ausgangspunkt für eine Tour durch ganz Europa nutzen. Die historische Route durch Ungarn eignet sich jedoch am besten als ein einzelnes Reiseziel. – Tamás Vitray, Editor in Chief, Nat Geo Travel Hungary

Wann man reisen sollte: August - September

Der Marktplatz in der Innenstadt des tschechischen Telč ist von pastellfarbenen Renaissance- und Barockhäusern umrahmt.
Bild Kaprik, Alamy Stock Photo

Telč, Tschechien

Warum sich eine Reise lohnt: Lasse dich von einer Märchenwelt verzaubern.

Was man wissen sollte: Die prächtige italienische Renaissance-Architektur ist einer der Gründe dafür, dass die Stadt Telč im Süden Tschechiens (der Tschechischen Republik) oftmals als tschechisches Florenz bezeichnet wird. Mit der Lage mitten zwischen Prag im Norden und Wien im Süden wurde die Bilderbuch-Stadt im 14. Jahrhundert als Kreuzung der viel genutzten Handelsrouten zwischen Böhmen, Mähren und Österreich bekannt. Steinmauern und ein System künstlich angelegter Fischteiche halfen dabei, das historische Stadtzentrum von Telč, das heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, zu schützen. Der dreieckige Marktplatz ist von einem wahren Regenbogen pastellfarbener Bürgerhäuser eingerahmt. Diese wurden ursprünglich aus Holz errichtet und erst nach einem Feuer, das die Stadt im Jahr 1530 zerstörte, aus Stein wieder aufgebaut. Vom Marktplatz aus lohnt sich ein Spaziergang zum Schloss Telč. Der Adlige Zacharias von Neuhaus und seine Frau Katharina verwandelten das ehemals gotische Schloss in ein Renaissance-Juwel ganz nach ihrem italienischen Geschmack und inspiriert vom prunkvollen Stil der Stadt Telč. – Tomáš Tureček, Editor in Chief, Nat Geo Travel Tschechien

Wann man reisen sollte: Mai - September

Sattelrobben-Welpen werden auf dem Eis geboren und benötigen einen stabilen Untergrund, um zu überleben. Die Meereseisdecke des Sankt-Lorenz-Golfs wird von Jahr zu Jahr immer unberechenbarer.
Bild Jennifer Hayes, National Geographic

Die Magdalenen-Inseln, Kanada

Warum sich eine Reise lohnt: Erlebe eine wunderschöne, jedoch schwindende Welt aus Eis – und die Sattelrobben, die auf sie angewiesen sind.

Was man wissen sollte: Wenn man sich auf dem Meereis bewegt, vergisst man leicht, dass sich darunter ein Ozean befindet. Diese Eiswelt beschränkt sich auf das Nötigste: einen unwirklich blauen Himmel, grellen Sonnenschein, der von einer frischen Schneedecke reflektiert wird, Wind, der wie ein Cello vibriert, und das alles umgebende Weiß. Herzlich willkommen in der Sattelrobben-Aufzuchtstation des Sankt-Lorenz-Golfs vor den Magdalenen-Inseln von Québec – einem von drei Welpenaufzuchtzentren für Sattelrobben im Nordwestatlantik. Ausgewachsene Robben migrieren aus der Arktis hierher. Die schwangeren Weibchen suchen nach geeignetem Eis, um zu gebären, gefolgt von paarungswilligen Männchen. Sattelrobben sind eine auf Eis angewiesene Spezies. Sie benötigen eine stabile Meereisoberfläche, damit die Welpen überleben können. Im späten Februar und frühen März kommen die Welpen auf dem Eis zur Welt. Die jungen Robben gehören mit ihren Obsidian-Augen, den kohlenschwarzen Schnauzen und ihrem wolkensanften Fell zu den bezauberndsten Kreaturen der Welt.

Wann man reisen sollte: Februar - März

Der Leuchtturm von Tŵr Mawr in Anglesey ist eine idyllische Station auf dem neuen Fernwanderweg Wales Way in Großbritannien.
Bild Alan Novelli, Alamy Stock Photo

Wales Way, Großbritannien

Warum sich eine Reise lohnt: Folge weitreichenden Routen, die das Herz schneller schlagen lassen.

Was man wissen sollte: Drei neue, vollständig kartierte nationale Wanderwege, die gemeinsam als der Wales Way bezeichnet werden, zeigen dir die Highlights dieses legendenerfüllten Landes. Mit knapp 300 Kilometern ist der Cambrian Way der längste der drei Pfade. Er schlängelt sich gemächlich von Nord nach Süd entlang des walisischen „Rückgrats“. Eingerahmt von Bergen und Meer ist der Coastal Way eine weitläufige, 290 Kilometer lange Reise entlang des Cardigan Bay auf der Westseite des Landes. Der North Wales Way bietet zahlreiche Schlösser und folgt einer jahrhundertealten, 120 Kilometer langen Handelsroute vom nordöstlichen Queensferry bis zur Insel von Anglesey. Jede Route führt zu zahlreichen weiteren Outdoor-Abenteuern. Wandere auf den Spuren von Edmund Hillary auf dem Snowdon, surfe im Adventure Parc Snowdonia oder entdecke an der Küste von Pembrokeshire das Coasteering für dich (eine neue Abenteuersportart, die unter anderem Klettern, Klippenspringen und Schnorcheln kombiniert). – Zane Henry, Project Editor, Nat Geo Travel U.K.

Wann man reisen sollte: Mai - Juni

Kolossale Statuen des ägyptischen Pharao Ramses II. bewachen den Eingang zum Haupttempel von Abu Simbel.
Bild Dan Breckwoldt, Shutterstock

Abu Simbel, Ägypten

Warum sich eine Reise lohnt: Genieße eine Privataudienz bei Ramses II.

Was man wissen sollte: Der Tourismus in Ägypten erholt sich nach dem extremen Rückgang auf Grund der Proteste des Arabischen Frühlings im Jahr 2011. In Abu Simbel kann mandennoch das Gefühl genießen, das Reiseziel tief im Süden Ägyptens und nahe der sudanesischen Grenze ganz für ich allein zu haben. Ursprünglich waren die Tempel in Abu Simbel vom ägyptischen Pharao Ramses II. (etwa 1303 – etwa 1213 v. Chr.) in die Felsklippen geschnitten worden und bilden somit nicht nur archäologische Schätze, sondern auch Wunderwerke moderner Ingenieurskunst. Die Jahrtausende lang von Sand begrabenen, emporragenden Wahrzeichen wurden im Jahr 1813 von Archäologen ausgegraben und im Zuge eines monumentalen fünfjährigen Verlagerungsprogramms der ägyptischen Regierung und der UNESCO im Jahr 1960 vor den steigenden Wassern des Nassersees gerettet. Dabei handelt es sich um ein gigantisches Reservoir, das durch Aufstauen des mächtigen Nils bei Assuan geschaffen wurde. Schlendere von einer schummrig beleuchteten Kammer zur nächsten durch den knapp 30 Meter hohen Großen Tempel, der von vier gigantischen Statuen Ramses II. bewacht wird. Bewundere die atemberaubenden Abbildungen des Pharaos und seiner geliebten Königin, Nefertari, die vor mehr als 3.000 Jahren in die Wände geschnitzt wurden. Lass dir Zeit: Die Chancen stehen gut, dass du dich nicht mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern durch die Sehenswürdigkeit drängeln musst. – Daphne Raz, Editor in Chief, Nat Geo Travel Israel

Wann man reisen sollte: Februar - März

Besucherinnen und Besucher bewundern die Installation „Messages from the Atlantic Passage“ (Botschaften von der Atlantikpassage) der südafrikanischen Künstlerin Sue Williamson im Rahmen der Kochi-Muziris Biennale in Kochi, Indien, Dezember 2018.
Bild Atul Loke, Redux

Fort Kochi, Indien

Warum sich eine Reise lohnt: Verfolge die Kunsttrends im kreativen Kerala.

Was man wissen sollte: Die älteste europäische Siedlung in Indien gewinnt als pulsierendes Kunstzentrum zusehends an Bekanntheit. Die tropische Hafenstadt Kochi im Bundesstaat Kerala an der südwestlichen Malabarküste wurde im Jahr 1500 von Portugal gegründet und danach von einer Reihe Kolonialmächte (den Niederlanden und England) regiert. Die facettenreiche Kolonialgeschichte wird im historischen Stadtteil Fort Kochi besonders deutlich. Direkt am Wasser gelegen, lassen sich hier zahlreiche Immobilien aus der niederländischen und britischen Ära mit Hausgalerien und Cafés bewundern. Die vier Monate andauernde Kochi-Muziris Biennale ist die größte Veranstaltung dieser Art in Südasien. Die erstmals im Jahr 2012 eröffnete Biennale zeigt moderne internationale, indische und kulturübergreifende bildende Kunst und Erlebnisse, wie die facettenreiche Vertiefung „The Pelagic Tracts“ (die pelagischen Traktate) der Künstlerin und Schriftstellerin Shubibi Rao aus Singapur und Indien aus dem Jahr 2018. Darin wird eine Welt gezeigt, in der Bücher das wertvollste Gut darstellen. Rao ist Kuratorin der fünften Biennale, die vom 12. Dezember 2020 bis zum 10. April 2021 geplant ist. – Lakshmi Sankharan, Editor, Nat Geo Travel India

Wann man reisen sollte: Dezember - April

Eine Herde mit mehreren hundert Elefanten bewegt sich auf ein Wasserloch im Nationalpark Zakouma in Tschad zu.
Bild Brent Stirton, National Geographic

Nationalpark Zakouma, Tschad

Warum sich eine Reise lohnt: Unterstütze einen afrikanischen Zufluchtsort für Elefanten.

 

Was man wissen sollte: Der Nationalpark Zakouma beherbergt einen rasant zunehmenden afrikanischen Elefantenbestand – ungefähr 559 im Jahr 2019 und erwartungsgemäß 1.000 bis zum Jahr 2024 – und ist somit ein absoluter Geheimtipp als Safari-Reiseziel. Die Lage im Südosten Tschads, einem der besucherärmsten Länder der Welt, machen Zakouma zu einem der am besten gehüteten Geheimnisse – einem Geheimnis, das es sich zu lüften lohnt, um den fortwährenden Erfolg des Nationalparks zu garantieren. Wilderei hatte den Park fast zu einer Kriegszone gemacht – etwa 90 Prozent der wilden Elefanten wurden getötet. Die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union und die Entscheidung im Jahr 2010, das Management des Parks an die öffentlich-private Naturschutzorganisation African Parks zu übergeben, erweckten die Region zu neuem Leben. Zusätzlich zur Fülle an Dickhäutern ist Zakouma ebenfalls eine Spielwiese für mehr als 10.000 Büffel und etwa 1.000 Kordofan-Giraffen. Neben zahlreichen wilden Tieren sind knapp 400 Vogelarten sowie Geparden, Leoparden und Buschkatzen im Park zu Hause. – Marina Conti, Editor in Chief, Nat Geo Travel Italy

Wann man reisen sollte: März - April

Der im Jahr 2014 eröffnete Spruce Street Harbor Park ist ein Sinnbild der erfolgreichen Revitalisierung des Delaware-Ufers in Philadelphia, das einst aus einer Reihe maroder Piers bestand.
Bild Dina Litovsky, National Geographic

Philadelphia, Pennsylvania

Warum sich eine Reise lohnt: Entdecke einen amerikanischen Klassiker ganz neu.

Was man wissen sollte: Philadelphia ist ein Ort voller Glimmer: farbenfrohe Wandmalereien und glitzernde Metallwerke, malerische Mosaike und kaleidoskopische Lichtinstallationen, Kunstkollektive in Garagen und ein traditionell italienisches Viertel, das für Cheesesteak berühmt ist und in dem heute vegane Punk-Metal-Kaffeehäuser aus dem Boden spießen. Denke an Detroit, Cleveland und Cincinnati: wiederauflebende, postindustrielle amerikanische Städte, die kreative Kräfte bündeln, um sich selbst für eine neue Generation neu zu erfinden. Philly ist genauso – nur besser. Die Stadt ist ein rauflustiger Außenseiter mit einem Herzen aus Gold und – wer kann schon einer Rocky-Referenz widerstehen? – das „Eye of the Tiger“. Langsam und doch stetig hat sich Philly in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts von einer Industriestadt zu einer Stadt der genialen Macher entwickelt. Beweise dafür lassen sich überall erspähen: vom BOK – einem geschäftigen Kollektiv kleiner Unternehmen und Kunsträume im Süden Philadelphias – bis hin zu Bela Shehus schicker und topmoderner Modelinie NinoBrand am Rittenhouse Square.

Wann man reisen sollte: Das ganze Jahr.

Die Rosenkranzkapelle aus dem 17. Jahrhundert in Puebla, Mexiko ist mit 23 Karat Blattgold ausgekleidet.
Bild Anton Ivanov, Alamy Stock Photo

Puebla, Mexiko

Warum sich eine Reise lohnt: Weil Barock wieder in ist!

Was man wissen sollte: Die von den Spaniern im Jahr 1531 errichtete viertgrößte Stadt Mexikos ist eine Bastion barocker Architektur. Das 100-Block-Stadtzentrum Pueblos ist ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wimmelt geradezu von prunkvollen Gebäuden des 17. und 18. Jahrhunderts. Viele davon sind mit Talavera-Kacheln verziert – farbenfroh bemalte kleine Meisterwerke aus Ton, die die indigenen und europäischen kolonialen Einflüsse Pueblas vereinen. Wenige erreichen jedoch die Opulenz der Rosenkranzkapelle im Templo de San Domingo (oben), die mit 23 Karat Blattgold ausgekleidet ist. Im Jahr 2016 eröffnete das internationale Barock-Museum mit dem Ziel, diese Kunstbewegung zu zelebrieren. Im darauffolgenden Jahr erschütterte ein Erdbeben mit einer Stärke von 7,1 das Gebäude, das sich davon jedoch nicht beirren ließ. In der Zeit nach dem Erdbeben erlebte die Stadt Projekte zur Erneuerung der Infrastruktur sowie den Bau neuer Hotels. Puebla bleibt dennoch in der Tradition verwurzelt. „Puebla ist kein internationales Tourismus-Ziel“, so Antonio Prado, Director des Spanish Institute von Puebla. „Somit kannst du hier tatsächlich eine authentische mexikanische Stadt erleben.“

Wann man reisen sollte: Das ganze Jahr.

Der Ae-Hai Kalahari Heritage Park bietet Besucherinnen und Besucher neben den dunkelsten Orten der Welt die Möglichkeit, in der 12-Chalet Xaus Lodge zu übernachten und mit Teleskopen auf der offenen Terrasse das Kreuz des Südens und weitere Nachthimmel-Wunder zu betrachten.
Bild Melanie Van Zyl

Die Wüste Kalahari, südliches Afrika

Warum sich eine Reise lohnt: Zähle die Sterne an einem der dunkelsten Orte auf dem Planeten.

Was man wissen sollte: Als eines der nur wenigen International Dark Sky Sanctuaries (internationalen Lichtschutzgebiete) ist der 486 Quadratkilometer große !Ae!Hai Kalahari Heritage Park einer der dunkelsten Orte der Welt. Distanzen werden in dieser abgelegenen Grenzregion zischen Südafrika und Botswana in Dünen gemessen. Ganzjährig stabile Temperaturen, extrem niedrige Luftfeuchtigkeit, quasi keine Licht- oder Lärmbelästigung und die fehlende Wolkendecke machen den Park zu einem der besten Orte für die Sternbeobachtung. Auf der SQM-Dunkelheitsskala (Sky Quality Meter – Messinstrument für die Himmelsqualität) erzielte er eine fast perfekte Punktzahl von 21,9. Übernachten Sie in der 12-chalet !Xaus Lodge direkt im Park. Die Lodge ist Mit-Eigentum der einheimischen Völker ‡Khomani San und Mier und wird von ihnen betrieben. Nutze das Teleskop auf der offenen Terrasse, um das Kreuz des Südens und weitere Nachthimmel-Sehenswürdigkeiten der südlichen Hemisphäre zu betrachten. – Ana Hogas, Nat Geo Travel Romania

Wann man reisen sollte: August - September

Die Aussicht vom Lipan Point ist den kurzen Umweg ab von der Hauptroute entlang des South Rim des Grand-Canyon-Nationalparks eindeutig wert.
Bild Adam Schallau

Grand-Canyon-Nationalpark, Arizona

Warum sich eine Reise lohnt: Besuche ein geologisches Paradies, das vor Urzeiten entstand.

Was man wissen sollte: „Die Erhabenheit des Canyons verleiht jeder Lebensform, die ihn berührt, Würde“, schrieb der berühmte Umweltschützer Edward Abbey im Jahr 1984 in der Traveler-Eröffnungsausgabe. Im Jahr 2019 feierte der Grand Canyon das hundertjährige Bestehen seit seiner Ausweisung als Nationalpark. Das Naturwunder im Nordwesten Arizonas begeistert Besucherinnen und Besucher mit seiner immensen Größe (446 Kilometer lang, bis zu 29 Kilometer breit und 1,6 Kilometer tief) und atemberaubenden, geschichteten Geologie, die bis zu 1,8 Milliarden Jahre zurückreicht. Der Entdecker John Wesley Powell, einer der Gründer des National Geographic, bezeichnete den Canyon als „das erhabenste Spektakel der Welt“. Erfahrene Wanderer lieben den Nankoweap-Pfad – eine dramatische Route vom North Rim bis zum Fluss. Alle Ausblicke auf den Colorado River sind jedoch absolut unvergesslich, ganz gleich ob vom North oder South Rim. Weitere Informationen erhältst du im National Geographic Atlas of National Parks (Nationalpark-Atlas von National Geographic).

Wann man reisen sollte: September - Oktober

Die Malediven sind die Heimat des weltweit größten Riffmanta-Bestands.
Bild Doug Perrine, Nature Picture Library

Malediven

Warum sich eine Reise lohnt: Entdecke die fortschrittlichen Inseln an vorderster Front des Klimawandels.

Was man wissen sollte: Die Malediven – ein Umweltschutz-Wegbereiter – waren im Jahr 1987 die erste Nation, die im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen das Belang vertrat, den Klimawandel aktiv anzugehen. Für das idyllische 1.200-Insel-Archipel im Indischen Ozean sind zukunftsweisende Nachhaltigkeitsinitiativen – wie die Bemühung, bis zum Jahr 2020 klimaneutral zu werden – überlebensnotwendig. Laut dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen könnten große Teile der Malediven, die mit einer durchschnittlichen Höhenlage von 1,5 Metern das am niedrigsten liegende Land der Welt sind und deren Gebiet zu etwa 99 Prozent aus Wasser besteht, innerhalb der nächsten Jahrzehnte aufgrund des durch die globale Erwärmung steigenden Meeresspiegels verschwinden. Das 1.400 Quadratkilometer große UNESCO-Biosphärenreservat Baa Atoll hilft dabei, die fragilen Korallenriffe der Malediven zu schützen, in denen eine große Vielfalt an Korallen-, Fisch- und Vogelarten sowie Seeschildkröten, Walhaie und andere Meereslebewesen zu Hause sind.

Wann man reisen sollte: Februar - März

Die Bay of Fires (Feuerbucht) an der nordöstlichen Küste Tasmaniens erhielt ihren Namen aufgrund der Lagerfeuer der Ureinwohner, die die britischen Seefahrer erspähten. Der Name könnte aber ebenso auf die mit riesigen orangefarbenen Flechten bedeckten Felsbrocken zutreffen.
Bild Ewen Bell, National Geographic

Tasmanien, Australien

Warum sich eine Reise lohnt: Wage dich auf eine epische Insel, die wild und wunderschön zugleich, weit weg und doch vertraut ist.

Was man wissen sollte: Einst als verschlafenes Nest bekannt, ist Tasmanien heute eine der am schnellsten wachsenden Tourismusregionen Australiens. Der Schlüssel zur Attraktivität dieses schlichten australischen Bundesstaats ist seine raue, natürliche Schönheit, die größtenteils auf eine Kombination aus der Abgelegenheit (Flughafen-Expansionspläne laufen, doch internationale Flüge werden noch einige Jahre auf sich warten lassen) und dem nachhaltigen Umweltbewusstsein der etwa 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner zurückzuführen ist. Umgeben von 2.000 Jahre alten Bäumen und eine Heimat für echte Teufel (und sogar „Tiger“, wenn Sie den Gerüchten Glauben schenken, dass der offiziell ausgestorbene Tasmanische Tiger weiterhin existiert) – das ist der Stoff, aus dem Abenteuer gemacht sind. Nach der langen Anreise erleben Besucherinnen und Besucher, dass die meisten Attraktionen in Tassie erstaunlich leicht zu erreichen sind. Eine Fahrt quer durch den Bundesstaat dauert nur vier Stunden. Ganz gleich, wo du übernachtest, Möglichkeiten, in die Natur einzutauchen, sind niemals in weiter Ferne – schließlich besteht der Bundesstaat fast zur Hälfte aus Nationalparks. – Nat Geo Travel Korea

Wann man reisen sollte: September - Mai

In Spanien versammeln sich die Einheimischen um Gijóns alten Hafen, in dem lokal hergestellter Sidra (Apfelwein) auf asturische Weise von ganz weit oben eingeschenkt wird. Das Ziel dieses Manövers besteht darin, den Wein zum Schäumen zu bringen, damit sich der Geschmack voll entfaltet.
Bild Chiara Goia

Asturien, Spanien

Warum sich eine Reise lohnt: Genieße eine traditionsreich iberische Provinz mit schneebedeckten Wipfeln.

Was man wissen sollte: Asturien ist eine autonome Region Spaniens und liegt entlang des Golfs von Biskaya. Es verfügt über dichte Wälder, die die Berghänge hinauf reichen, vereinzeltes Marschland und einen Saum aus kleinen Stränden. „An keinem anderen Ort in Spanien kannst du so viele Aromen und eine solch unglaubliche Vielfalt auf kleinstem Raum entdecken. Es fühlt sich an wie ein ganzes Land“, so José Antelo, Fluglotse aus Barcelona. Er kommt drei- bis viermal im Jahr nach Asturien, um die gefeierte Küche der Provinz vom Cabrales-Käse bis zum Apfelwein zu genießen. Der Wein wird dabei von weit oben ins Glas gegossen, um eine Schaumkrone zu erzeugen und den Geschmack vollständig zu entfalten. Die asturische Hauptstadt, Oviedo, ist mit etwa 220.000 Einwohnern relativ kompakt und vom weitaus größeren Gijón durch rasant anwachsende Vororte getrennt. Oviedo hat die besseren Museen – Gijón hat den Strand. Wenn du die Städte besichtigt hast, solltest du den Nationalpark Picos de Europa (Gipfel Europas) mit seinen spitzen Gipfeln und Schafherden besichtigen. Hier oben werden die Bäume weniger und der Blick wird frei auf einen weiten Himmel mit kleinen Schäfchenwolken.

Wann man reisen sollte: Mai - September.

 

Ein großer Teil der Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe in der Türkei bleibt weiterhin ein Geheimnis. Diese Säulen, die mehr als 11.600 Jahre alt sind, könnten priesterliche Tänzer darstellen.
Bild Vincent J. Musi, Nat Geo Image Collection

Göbekli Tepe, Türkei

Warum sich eine Reise lohnt: Erlebe im weltweit ältesten bekannten Tempelkomplex einen Paradigmenwechsel aus erster Hand.

Was man wissen sollte: Die monumentalen Kalksteinsäulen des Göbekli Tepe (bauchigen Hügels) wurden vor etwa 11.600 Jahren errichtet und blieben jahrtausendelang unentdeckt. Die Ausgrabung der Megalithen begann erst Mitte der 1990er Jahre. Die Ausgrabungsstätte befindet sich im Südosten der Türkei am nördlichen Rand der Region, die als Fruchtbarer Halbmond bezeichnet wird und frühe Zivilisationen versorgte. Was entdeckt wurde, umfasst den weltweit ältesten bekannten Tempelkomplex. Dieser besteht primär aus runden und rechteckigen massiven Steinen, verziert mit Flachreliefen, die Wildschweine, Füchse und Gazellen darstellen. Diese herausragenden Entdeckungen haben die Entstehungsgeschichte der ersten Zivilisation neu geschrieben. Entgegen der lange gehegten Ansicht, dass die erste dauerhafte Ansiedlung der Welt aufgrund von Landwirtschaft entstand, legt Göbekli Tepe nahe, dass der Impuls ein Verlangen nach einem Ort der Anbetung war. Forscher vermuten, dass Göbekli Tepe von Jägern und Sammlern als regionaler Treffpunkt erbaut wurde, und sich die Landwirtschaft aus dem Bedürfnis ergab, all die Menschen zu versorgen, die an diesem nie zuvor dagewesenen Bauprojekt beteiligt waren. – Kemal Gözegir, Assistant Editor, Nat Geo Travel Turkey

Wann man reisen sollte: März - Mai

Die Anden bilden den Hintergrund für die Weinreben der Region Valle de Uco in Mendoza, die den preisgekrönten Malbec produziert.
Bild David Noton Photography, Alamy Stock Photo

Die Provinz Mendoza, Argentinien

Warum sich eine Reise lohnt: Trinke einen großartigen Malbec und tauche in seine geschmackvollen Wurzeln ein.

Was man wissen sollte: Mit Bodegas (Weinkellern) mit den schneebedeckten Anden im Hintergrund und dem weltbesten Malbec ist Argentiniens Provinz Mendoza ein spektakulär malerischer Ort, um Weingüter zu besichtigen und den Gaumen zu erfreuen. Reichlich Sonnenschein, ein knochentrockenes Klima und eine hohe Höhenlage (fast 1.220 Meter auf einigen Weinbergen) nähren Mendozas preisgekrönten Malbec und andere Rebsorten, wie Torrontés, Cabernet Sauvignon und Merlot. Die drei Hauptweinregionen der Provinz – Maipú, Lujan de Cuyo und Valle de Uco – befinden sich entlang Argentiniens monumentaler Ruta 40 (einer der längsten Schnellstraßen der Welt) und nur 120 Kilometer von Mendozas gleichnamiger Hauptstadt entfernt. Die Spanier führten hier im 16. Jahrhundert Weintrauben ein. Einige der Weingüter sind mehr als ein Jahrhundert alt. Dennoch sind es die Wärme und Leidenschaft für den Weinbau der Einwohnerinnen und Einwohner, die Mendoza von anderen Weinmetropolen unterscheiden.

Wann man reisen sollte: März - April

Ein Kamtschatka-Braunbär im Kronozki-Naturreservat der russischen Halbinsel auf der Suche nach Lachs.
Bild Igor Shpilenok, Nature Picture Library

Die Halbinsel Kamtschatka, Russland

Warum sich eine Reise lohnt: Springe durch den Feuerring.

Was man wissen sollte: Keine Straße führt vom restlichen Russland auf die Halbinsel Kamtschatka, dem weiten, daumenförmigen Ausläufer des russischen Fernen Ostens. Kamtschatka erstreckt sich mit einer Länge von knapp 1.250 Kilometern zwischen den japanischen und den Aleuten-Inseln und bildet einen Teil des sogenannten Pazifischen Feuerrings, einem Gürtel aus Vulkanen und seismisch aktiven Bereichen, der den Pazifik umreißt. Aufgrund der unglaublichen Dichte und Vielfalt an Vulkanen, geothermalen Phänomenen und Wildtieren, die hier gefunden werden, gehören sechs verschiedene Bereiche der Halbinsel zum UNESCO-Welterbegebiet namens Vulkane Kamtschatkas. Auf Kamtschatka wimmelt es nur so von verschiedensten Wildtieren, wie Braunbären von bis zu 680 Kilogramm. Bis vor kurzem war die ungebändigte, urzeitliche Insel einzig ein Ziel für waghalsige Abenteurer. Heute ist es dank eines andauernden Flughafen-Ausbauprojekts in der Halbinsel-Hauptstadt und -Pforte, Petropavlovsk-Kamchatsky, etwas einfacher geworden, die Reise in Russlands wilden Osten zu bestreiten. Auch die Fortbewegung auf der Halbinsel selbst ist durch Abenteuer-Anbieter wie 56th Parallel und Explore Kamchatka machbar geworden. Sie bieten immer mehr Touren an: Vulkanwanderungen, Bärenbeobachtungen, Heli-Ski-Abenteuer, Wildwasser-Rafting und Besuche in Rentier-Camps in der Tundra oder dem atemberaubenden Dolina Geiserow (Tal der Geysire). – Ivan Vasin, Editor in Chief, Nat Geo Travel Russia

Wann man reisen sollte: August - September

Der Tempel „Große Jaguartatze“ ragt über den Hauptplatz der antiken Maya-Stadt Tikal in Guatemala empor.
Bild Simon Dannhauer, Getty Images

Guatemala

Warum sich eine Reise lohnt: Triff die Maya der Vergangenheit und der Zukunft.

Was man wissen sollte: Eine Schatzkarte, die mithilfe revolutionärer Lasertechnologie erstellt wurde, führt zu Entdeckungen unterhalb der Dschungelwipfel des Maya-Biosphärenreservats im Norden Guatemalas. Ausgestattet mit Informationen, die durch die Pacunam-Lidar-Initiative, eine 2.000 Quadratkilometer umfassende Luftbildvermessung, gesammelt wurden, finden Archäologen lang versteckte Pyramiden, Wachtürme und andere Ruinen einer umfangreichen präkolumbianischen Zivilisation, die weitaus komplexer ist, als es die meisten Maya-Experten vermuteten. Wenngleich die neusten Entdeckungen noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, bestätigen sie doch, dass Guatemala der ideale Ort ist, um in die Maya-Kultur der Vergangenheit und der Zukunft einzutauchen. Die antiken Wurzeln reichen in der nördlichsten Petén-Region besonders tief. Sie ist das vom Dschungel verhüllte Herz der Maya-Welt. Betrachte in Uaxactún, Yaxhá, El Mirador und dem Tikal-Nationalpark die Steinjuwelen der zentralamerikanischen prähispanischen Vergangenheit. Im modernen, multikulturellen Guatemala machen die Nachfahren der Maya mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus. Somit ist das Land das einzige in Zentralamerika mit einer indigenen kulturellen Mehrheit. Diese Kultur kannst du in den Maya-Dörfern der Tz‘utujil rund um den Atitlán-See erleben. – Erick Pinedo, Editorial Coordinator, Nat Geo Travel Latin America

Wann man reisen sollte: November - Dezember

Ein Meister des italienischen Parmigiano-Reggiano-Konsortiums testet die Qualität eines Rads des berühmten Käse Parmas.
Bild Ainara Garcia, Alamy Stock Photo

Parma, Italien

Warum sich eine Reise lohnt: Lass dir ein multisensorisches Festmahl schmecken.

Was man wissen sollte: Parmas Geschenke an die Welt umfassen den „König der Käse“ Parmigiano-Reggiano, die Opern von Giuseppe Verdi und das Meisterwerk „Aufnahme Mariä in den Himmel“ des Hochrenaissance-Malers Correggio. Die die Stadt umgebende Region Emilia-Romagna produziert eine Vielzahl an DOP oder Produkte mit geschützter Herkunftsbezeichnung, wie den Parma-Schinken, den Balsamico-Essig aus Modena und den perlenden Lambrusco-Wein. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass die Stadt im Norden Italiens zur italienischen Kulturhauptstadt 2020 ernannt wurde. Die Pläne sollen besondere Programme an lokalen Veranstaltungsorten beinhalten, darunter das Labirinto della Masone, ein Bambuslabyrinth, das als das weltgrößte gehandelt wird, und der weitläufige Palazzo della Pilotta, ein unvollendeter Gebäudekomplex aus dem 16. Jahrhundert, in dem das wichtigste Kunstmuseum Parmas, die Galleria Nazionale, zu Hause ist.

Wann man reisen sollte: April - Mai

El Hierro, eine der kanarischen Inseln Spaniens, galt einst als der westlichste Punkt der bekannten Welt.
Bild Inaki Relanzon, Nature Picture Library

Kanarische Inseln, Spanien

Warum sich eine Reise lohnt: Erreiche das Ende der Welt.

Was man wissen sollte: Einst der westlichste Punkt der bekannten Welt liegt scheinbar eine ganze Welt zwischen El Hierro und den anderen spanischen kanarischen Hauptinseln, die mehr für ihre Resorts voller Sonne und Strand bekannt sind. El Hierro ist nicht nur die kleinste (269 Quadratkilometer) und jüngste der kanarischen Inseln, sondern auch ein UNESCO-Biosphärenreservat und -Geopark sowie seit neustem Schauplatz einer gleichnamigen spanischen Hit-Fernsehserie. Die dramatischen Höhenflüge erstrecken sich ebenfalls auf die erstaunliche Vielfalt der Ökosysteme: von saftigen Wiesen bis hin zu rauen Küstenklippen und einem einer Mondlandschaft ähnelnden Gelände. Wanderwege durchkreuzen die gesamte Insel. Einige von ihnen führen zu spektakulären Aussichtspunkten über den Atlantik. Auf den Südhängen weichen Palmen, Feigenbäume und Ranken den endemischen Kanarischen Nadelwäldern. Im westlichen El Sabinar finden sich auf den offenen Hängen vereinzelte jahrhundertealte Wacholdersträucher, die vom Wind in bizarre Formen gebracht wurden. Vor El Hierros Südküste gelten die kristallklaren Wasser des Meeresschutzgebiets La Restinga - Mar de las Calmas (ruhige See) als eines der Top-Tauchziele Europas. – Josan Ruiz, Director, Nat Geo Travel Spain

Wann man reisen sollte: September - Oktober

Der Białowieża-Urwald, der teils in Weißrussland und teils in Polen liegt, ist der Lebensraum des größten Säugetiers Europas: des Wisents.
Bild Fabrizio Moglia, Getty Images

Der Białowieża-Urwald, Weißrussland/Polen

Warum sich eine Reise lohnt: Entdecke einen der letzten wirklich wilden Orte Europas.

Was man wissen sollte: Der ungezähmte Białowieża-Urwald ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und ein Biosphärenreservat. Er schützt die Überreste der letzten verbleibenden Urwälder des europäischen Flachlands. Mit einer Größe von fast 1.500 Quadratkilometern, die den gesamten Białowieża-Nationalpark im östlichen Polen umfassen, kreiert der riesige Urwald eine Oase der Wildnis inmitten eines überlaufenen Kontinents. Entdecke einige der mehr als 250 Vogelarten und das ikonenhafteste der 59 Säugetierarten: den Wisent, Europas größtes Landsäugetier. Białowieżas etwa 800 Wisente verkörpern den größten frei lebenden Bestand einer Spezies, die sich im Urwald erholte, nachdem sie im Jahr 1920 fast ausgerottet worden war. – Martyna Szczepanik, Editorial Coordinator, Nat Geo Travel Poland

Wann man reisen sollte: Juni - September

Die Großglockner-Hochalpenstraße verläuft von Norden nach Süden durch Österreich und beinhaltet auf 77 Kilometern 36 Haarnadelkurven.
Bild Zoonar, Jürgen Vogt, Alamy Stock Photo

Großglockner-Hochalpenstraße, Österreich

Warum sich eine Reise lohnt: Fahre an Aussichtspunkten entlang, die einst nur Bergsteigern vergönnt waren.

Was man wissen sollte: Mit dem klaren Ziel, für mehr malerische Ausblicke zu sorgen, ist die Großglockner-Hochalpen-Serpentinenstraße ein perfektes Beispiel für einen Umweg, der sich lohnt. Die im Jahr 1935 fertiggestellte Maut-Passstraße umfasst 36 Haarnadelkurven auf einer 47 Kilometer langen Strecke durch den Nationalpark Hohe Tauern, einem der größten Naturschutzgebiete Europas. Die Reiseroute ermöglicht es Autofahrern, die unberührte hochalpine Umgebung zu erleben, die vormals den Bergsteigern vorbehalten war. Die nach dem höchsten Gipfel Österreichs, dem 3.798 Meter hohen Großglockner, benannte Straße beginnt in Fusch, verläuft von Norden nach Süden durch die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten und endet in Heilgenblut. Hier geht es um den Genuss, nicht die Geschwindigkeit. Daher bietet die Route zahlreiche malerische Aussichtsplattformen und Ausgangspunkte für Wanderwege. Genieße ein entspanntes Mittagessen mit Blick auf 37 Gipfel und 19 Gletscher in der historischen Edelweißhütte, die im Jahr 1935 erbaut wurde. – Nat Geo Travel Germany

Wann man reisen sollte: Juni - September

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