Reisen 2023: Fünf Ausflugsziele für Adrenalin-Junkies

Paddeln auf einem weltberühmten Fluss, Wandern auf einem abgelegenen Bergpfad oder Radfahren auf einer atemberaubenden Strecke: Diese fünf Reiseziele garantieren Abenteuer.

Von National Geographic Staff
Veröffentlicht am 20. Dez. 2022, 09:36 MEZ
Die Dämmerung fällt über den Delicate Arch im Arches National Park, einem der fünf Nationalparks in ...

Die Dämmerung fällt über den Delicate Arch im Arches National Park, einem der fünf Nationalparks in Utah.

Foto von Chad Copeland, Nat Geo Image Collection

Wohin soll es 2023 gehen? Seit das Reisen wieder problemlos möglich ist, steigt die Nachfrage nach spannenden Reisezielen ohne großen touristischen Andrang. Die jährliche Liste mit 25 inspirierenden und weniger frequentierten Destinationen führt im kommenden Jahr an Orte voller Wunder – für Reisende aller Altersgruppen. Mit dem Besuch kann zur Unterstützung der lokalen Gemeinden und Ökosysteme beigetragen werden. 

In den fünf Kategorien Kultur, Abenteuer, Natur, Familie und Gemeinschaft berichten unsere National Geographic Redakteure von den diesjährigen Zielen, die – noch unter dem allgemeinen Reiseradar – darauf warten, entdeckt zu werden. 

Hier sind fünf der spannendsten Reiseziele für Adrenalin-Junkies, die ihren Urlaub nicht nur am Strand verbringen wollen.

Österreichische Alpen

Das Wandernetzwerk, das die charmantesten Dörfer der Alpen verbindet

Das österreichische Bundesland Kärnten ist eines der beliebtesten Wintersportziele und beherbergt mehrere Bergsteigerdörfer.

Foto von Westend61, Alamy Stock Photo

Um eine Gebirgskette zu retten, braucht man manchmal ein Dorf. Seit 2008 hat sich eine Gruppe von Hochgebirgsdörfern in den östlichen Alpen in Mitteleuropa zusammengetan. Sie machen bei Abenteuerurlaubern der Welt, die sich für Bergwandern, Mountainbiken und Klettern sowie Wintersportarten wie Cross-Country-Skifahren oder Eisklettern interessieren, Werbung für ihre kleinen Gemeinden.

Das Netzwerk, das sich die Bergsteigerdörfer nennt, beschränkt sich hauptsächlich auf die westlichen Bundesländer Österreichs, einschließlich Tirol und Kärnten, mit zusätzlichen Mitgliedsstädten in der Schweiz, Deutschland, Italien und Slowenien. Die Initiative Bergsteigerdörfer arbeitet daran, die Kultur und Traditionen der Dörfer zu erhalten und Gebirgslandschaften vor Überentwicklung zu bewahren. Die 36 Bergsteigerdörfer lehnen umfangreiche Touristenprojekte, wie groß angelegte Skihütten und Gondeln, die bis zu den Gipfeln fahren, ab und legen größeren Wert auf grünen oder nachhaltigen Bergtourismus.

„Wir sind nicht groß und größer oder hoch und höher. Wir sind für Menschen attraktiv, die eine authentischere Alpinerfahrung suchen“, sagt Barbara Reitler vom österreichischen Alpenverein. Die Website der Bergsteigerdörfer hebt eine sich ändernde Auswahl an Städten hervor, wo Wanderer zum Beispiel in einem Bauernhaus übernachten oder traditionelle Speisen wie Sterz probieren können – dieses herzhafte Essen ist nach einem langen Tag in den Bergen ungemein befriedigend.

Das Lieblingsdorf von Reitler ist Johnsbach im Gesäuse Nationalpark mit seinem atemberaubenden Ausblick.„Wenn man durch das Ennstal am Fluss entlanggeht und plötzlich die Gipfel der Gesäuseberge sieht, ist man in eine neue Welt eingetaucht.“

Utah

Der ultimative Spielplatz für Abenteurer

Die zerklüfteten Landschaften Utahs laden zu Abenteuern in der freien Natur ein. Zum Beispiel zu einer Paddeltour auf dem Colorado River in Moab.

Foto von Ben Horton, Nat Geo Image Collection

Utah ist mit seinen fünf Nationalparks und acht Kulturdenkmälern der ultimative Spielplatz für Abenteurer. Aber Outdoorfans tendieren dazu, nur eine kleine ikonische Gruppe von Zielen zu besuchen, wie zum Beispiel den Zion-Nationalpark. Jetzt hat das Utah Office of Outdoor Recreation ein innovatives Förderungsprogramm eingeführt, um neue Freilandsportprojekte im ganzen Staat zu unterstützen, einschließlich des Zion National Park Forever Project.

In Zion, das für seine drastischen, engen Canyons und hoch aufragenden Sandsteinfelsen bekannt ist, begann 2022 die Arbeit an einem neuen Besucherzentrum an der Ostseite des Parks. Die Hoffnung: einige von Zions jährlichen fünf Millionen Besuchern weg vom überfüllten Haupteingang im Süden und beliebten Wegen wie Angels Landing zu locken. Zusätzlich zum nachhaltigen Besucherzentrum beinhalten die Pläne auch mindestens 48 Kilometer an neuen Mountainbike-Strecken und 65 Kilometer an Wanderwegen außerhalb des Osteingangs.

Andere neue Projekte, die Zuschüsse erhalten, umfassen die Fertigstellung eines Radwegs im Herzen der Schlucht des Provo River, einen Beobachtungsturm am Tracy Aviary’s Jordan River Nature Center, einer Vogelbeobachtungsstelle westlich von Salt Lake City, sowie die Uferrestaurierung am Helper River in Utah.

„Outdoorsport ist Utahs Goldesel. Er trägt mehr als 6.6 Milliarden € zur Wirtschaft bei, beschäftigt über 83,000 Menschen und generiert 760 Millionen € an staatlichen und kommunalen Steuereinnahmen“, sagt Stephanie Pearson, Autorin von National Geographics 100 Great American Parks. Diese Bemühungen tragen dazu bei, dass die Outdoorindustrie in Utah weiterhin floriert und gleichzeitig zerbrechliche Ökosysteme geschützt werden.

Choquequirao, Peru

Die weniger besuchte Schwesterstadt von Machu Picchu

Hoch in den peruanischen Anden liegen die Inkaruinen von Choquequirao. Bislang kann man sie nur zu Fuß zu erreichen.

Foto von Victor Zea, National Geographic

Eine der abgelegensten Inkastätten in den Peruanischen Anden, die Ruinen von Choquequirao, sind für die wenigen Hartgesottenen reserviert, die sich die Mühe machen, sie zu erreichen. Diejenigen, die den Marsch zum ausgedehnten Komplex bewältigen wollen, können dies nur zu Fuß tun. Im Zickzack geht es steile Wege hoch und hinunter, jeder von ihnen 29 Kilometer lang, um die 3.048 Meter hohe Anhebung zu erreichen, die zwischen den Hochanden und den Urwäldern darunter liegt.

„Es gibt viele Mythen um Choquequirao“, sagt Gori-Tumi Echevarría, ein Archäologe, der seit 2005 in den Ruinen arbeitet. Die vielen Tempel, Terrassen und Plätze müssen erst noch vollständig freigelegt werden. Eine der faszinierendsten Merkmale der antiken Stadt: die Lamaterrassen, die nach den zwei Dutzend beinahe lebensgroßen Lamabildern benannt sind, die sich auf der Front einer terrassenförmigen Felswand befinden. Die Lamas bestehen aus quartzähnlichem weißen Gestein, das sich deutlich vom dunklen Schieferhintergrund abzeichnet – ein einzigartiges Kunstwerk, das man bei anderen Inkastätten vergeblich sucht. „Es gibt nichts Vergleichbares in den Anden. Es war eine grafische Innovation, die vor dem 16. Jahrhundert entstanden ist und nie wiederholt wurde“, sagt Echevarría, der sich auf prähistorische Felskunst spezialisiert hat.

Aber Veränderung bahnt sich an und wird die „goldene Wiege“ erschüttern – so lautet Choquequirao übersetzt aus der Quechua-Sprache. Neue Infrastrukturpläne sollen die Zahlen der Besucher von Machu Picchus Schwesterstadt in die Höhe schießen lassen.

Laut den peruanischen Fremdenverkehrsämtern besuchten vor der Pandemie mehr als 1,5 Millionen Menschen pro Jahr Machu Picchu. In Choquequirao waren es weniger als 9.500. Um das Ziel leichter erreichbar zu machen, hat die peruanische Regierung 260 Millionen $ zugesagt, um eine beinahe fünf Kilometer lange Gondelbahn zwischen der Stadt Kiuñalla und dem archäologischen Schauplatz zu errichten. Die Entwicklung könnte mehr wirtschaftliche Möglichkeiten für Einheimische bieten, allerdings auf Kosten der Ruhe von Choquequirao. Im Moment fühlt sich der Ort an wie ein Zufluchtsort, an dem das 21. Jahrhundert nicht angekommen ist und der noch immer die Fantasie von Abenteurerurlaubern anregt.

Revillagigedo-Nationalpark, Mexiko

Mexikos Galápagos

Die Großen Tümmler im mexikanischen Revillagigedo-Nationalpark sind Tauchern gegenüber besonders neugierig.

Foto von Enric Sala, Nat Geo Image Collection

Ungefähr 480 Kilometer von der Südspitze von Niederkalifornien entfernt befindet sich ein Nationalpark der Superlative. Revillagigedo National Park, ein 92.000 Quadratkilometer umfassendes mexikanisches Meeresreservat, ist der größte vollständig geschützte Unterwasserpark in Nordamerika. Er bietet der größten Konzentration von tropischer Megafauna im Meer ein Refugium, von Hammerhaien zu Buckelwalen, was ihm den Spitznamen „Mexikos Galápagos“ eingebracht hat. Das Wasser, das die vier Hauptinseln umgibt, ist dabei, zu einem Mekka für Sporttaucher zu werden.

„Der Park ist einer der wenigen Orte, wenn nicht sogar der einzige Ort auf diesem Planeten, wo man ozeanischen Riesenmantas ganz nahekommen kann“, sagt Meeresbiologe und Unterwasserfilmer Erick Higuera. Er sagt, dass Mantas, die bis zu 1.600 Kilogramm wiegen und eine Flügelspannweite von mehr als 8 Metern erreichen, allem Anschein nach das Gefühl der Sauerstoffblasen der Taucher auf ihren Bäuchen mögen.

Die Großen Tümmler, die in den Gewässern des Parks leben, zeigen sich Menschen gegenüber ebenfalls neugierig und schwimmen oft auf Taucher zu, um diese näher zu untersuchen. „Die Nähe, die man zu Großen Tümmlern hat, ist Wahnsinn“, sagt Higuera. „Wir sind als Arten neugierig auf einander.“

Um die Tiere so wenig wie möglich zu stören, hat der Park strikte Grenzen, was tägliche Boots- und Taucherzahlen angeht. Es ist nicht selten, dass Plätze auf einem Tauchboot in Revillagigedo bis zu zwei Jahre im Voraus gebucht werden.

Neuseeland

Mekka für den Nervenkitzel

Mountainbiker fahren auf dem fast 50 Kilometer langen Coronet Loop, dem neuesten Backcountry-Trail in Queenstown, Neuseeland.

Foto von Queenstown Trails

Das Land, das uns Bungeejumping gebracht hat, schnellt nach der Pandemie zurück nach oben. Auf der Südinsel Neuseelands heißt ein wiederbelebtes Queenstown abenteuerlustige Reisende aus der ganzen Welt erneut willkommen. Sie kommen zu dieser Stadt am Seeufer, die ca. 15.000 Einwohner umfasst, um Ski zu fahren oder das ganze Jahr über in dem verdienterweise Remarkables (Die Bemerkenswerten) genannten Gebirgszug zu wandern. Aber Fahrräder rufen die größte Begeisterung hervor. Bis 2025 möchte das Queenstown Trails Trust ein Netzwerk von Fahrradwegen zur Freizeit und für Pendler fertigstellen, die Arbeitsstätten, Schulen und anderen Stadtraum miteinander verbinden. Das Highlight: eine 130 Kilometer lange Fahrradroute namens Queenstown Trail, einer der Great Rides von Neuseeland. Die Tour beginnt am Ufer des Sees Wakatipu und führt östlich von Queenstown nach Gibbston.

Für die abenteuerlustigeren gibt es den 50 Kilometer langen Coronet Loop Trail, der Radler tief in die umliegende Wildnis führt. Der einspurige Weg umfährt den 1.650 m hohen Coronet Peak, vorbei an Wasserfällen, Schluchten von Flüssen, Buchenwäldern und den historischen Überbleibseln einer chinesischen Goldgräbersiedlung aus dem 19. Jahrhundert am Arrow-Fluss entlang.

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