Top-Reiseziele 2023: Fünf aufregende Orte für Familien

Ob mit dem Zug oder zu Fuß – an diesen Flecken der Erde können Kinder und Erwachsene lernen, Tier- und Umwelt zu schützen.

Von National Geographic Staff
Veröffentlicht am 16. Dez. 2022, 08:38 MEZ
Eine der Brücken, die der Bernina Express auf seiner fahrt überquert.

Zu dem ausgedehnten und familienfreundlichen Zugnetz der Schweiz gehört unter anderem der Bernina Express. Dieser passiert auf der höchstgelegenen Bahnstrecke durch die Alpen insgesamt 55 Tunnel und fast 200 Brücken.

Foto von Rob Lewis Photography, Switzerland Tourism

Wohin soll es 2023 gehen? Seit das Reisen wieder problemlos möglich ist, steigt die Nachfrage nach spannenden Reisezielen ohne großen touristischen Andrang. Die jährliche Liste mit 25 inspirierenden und weniger frequentierten Destinationen führt im kommenden Jahr an Orte voller Wunder – für Reisende aller Altersgruppen. Mit dem Besuch kann zur Unterstützung der lokalen Gemeinden und Ökosysteme beigetragen werden. 

In den fünf Kategorien Kultur, Abenteuer, Natur, Familie und Gemeinschaft berichten unsere National Geographic Redakteure von den diesjährigen Zielen, die – noch unter dem allgemeinen Reiseradar – darauf warten, entdeckt zu werden. 

Hier sind fünf der spannendsten Orte für Familien, die zusammen die Welt entdecken wollen.

Schweiz

Die besten Züge für Familien

Die Zahnradzüge der Rigi-Bahnen bieten bei der Fahrt auf die Rigi einen atemberaubenden Blick auf den Schweizer Vierwaldstättersee. Der Berg Riga ist auch als die Königin der Berge bekannt.

Foto von Christian Meixner, Switzerland Tourism

Jeden Tag transportiert das Transitnetz der Schweiz 6,6 Millionen Fahrgäste in einem Land, in dem nur 8,7 Millionen Menschen leben. Die Züge sind bekannt für ihre Pünktlichkeit und locken Familien im Urlaub mit einzigartigen Ausflügen, bei denen es spektakuläre Berge, traditionelle Kekse oder sogar eine Wonka-ähnliche Schokoladentour gibt.

Eine Reise mit dem Gotthard Panorama Express startet auf einem Luzerner Dampfschiff, das den berühmten See der Stadt überquert, bevor man in einen Zug in steigt, der in den italienisch beeinflussten Süden der Schweiz fährt. Mehrsprachige Führer weisen auf Sehenswürdigkeiten hin, wie die Kirche Wassen, die man dank der spiralförmigen Serpentinen aus drei verschiedenen Perspektiven sieht. Ein spezieller Bus mit offenen Fenstern erlaubt es Fotografen, Weitwinkelaufnahmen der Landschaften wie dem Reusstal aufzunehmen. Ein Kekszug von Bern nach Luzern hält zum Naschen an der Kambly-Bäckerei an, wo Kinder ihre eigenen Kekse backen und eine Keksdose gestalten können, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Ein Schokoladenzug, der von Montreux abfährt, beginnt die Fahrt mit Schokocroissants und heißer Schokolade an Bord, hält in Gruyères, damit Reisende den mittelalterlichen Stadtkern erforschen und den weltberühmten Käse probieren können, und endet in Broc, wo eine Tour der Schokoladenfabrik Maison Cailler stattfindet.

Was alles noch mehr versüßt, ist die Swiss Family Card, eine Fahrkarte, mit der Kinder unter 16 entweder kostenlos oder zum halben Preis mitfahren können. „Die Karte ist bequem und ermöglicht eine spontane Erkundungstour“, sagt Heather Greenwood Davis, Familienreiseexpertin bei National Geographic. „Fernzüge verfügen oft über einen Familienwagen – was im Prinzip ein vollständiger Spielplatz an Bord ist – und Familienzonen, wo Spiele in den Tischen eingebaut sind, damit die Fahrt lange Spaß macht.“ Im Winter bringt das Schweizer Transitnetz Besucher zu Skiressorts, wie dem nachhaltigen Laax, wo Familien zusammen Snowboardunterricht nehmen können.

Kolumbien

Das Vogelbeobachtungsparadies von Südamerika

Der an der kolumbianischen Karibikküste gelegene Tayrona-Nationalpark ist ein Paradies für fast 300 Vogelarten.

Foto von Alex Saberi, Nat Geo Image Collection

Die geräuschvolle Vogelwelt ist so bunt und melodisch wie Encanto, der erfolgreiche Disney-Animationsfilm, der in diesem biodiversen südamerikanischen Land spielt. Mehr als 1.900 verschiedene Vögel (beinahe 20 Prozent der Vogelarten auf der Welt) leben hier in Orten wie dem Perijá-Gebirge und machen Kolumbien zum vogelreichsten Land des Planeten.

Wo können Familien sich den Scharen anschließen? Der Northern Colombia Birding Trail ist für Vogelbeobachter aller Art geeignet und erforscht die Lebensräume im Land. Touren mit der National Audubon Society nutzen Geländewägen, um die Sierra Nevada de Santa Marta, den höchsten Küstengebirgszug der Erde, sowie den Tayrona National Park mit seinen Traumstränden an der Karibikküste zu besuchen. Reisende können Arten wie den Kammtrogon, den Santa-Marta-Sittich oder den Sichelguan erspähen. Kolumbianer und indigene Wayuu-Völker arbeiten als Vogelführer an der Route.

„Vogelbeobachtung, Wildtierbeobachtung und Naturtourismus allgemein spielen eine wichtige Rolle bei der Bewahrung von Kolumbiens Biodiversität und der Unterstützung der lokalen Gemeinden“, sagt Federico Pardo, Biologe und Forscher von National Geographic. „Naturbeobachtungstourismus bringt nicht nur Geld in die Kasse, sondern fördert auch die Wertschätzung für unsere Pflanzen, Tiere und Ökosysteme.“

San Francisco

Ein Weg durch die Stadt und ein erreichbarer Spielplatz mit Aussicht feiern ihr Debüt.

Der Crosstown Trail verläuft auf über 27 Kilometern diagonal durch San Francisco. Er passiert neben der Pazifikküste auch urbane Landschaften und die Kaffeehäuser in der Nachbarschaft.

Foto von Alessandra Sanguinetti, National Geographic

In San Francisco können Kinder lernen, dass man nicht zwingend in die Wildnis fahren muss, um einen Wanderweg entlangzulaufen. Der kürzlich fertiggestellte Crosstown Trail schlängelt sich diagonal durch die Stadt, von der südwestlichen Ecke beim Candlestick Point zur nordwestlichen Spitze bei Lands End, und windet sich beinahe 27 Kilometer durch Gärten hindurch, auf Hügel hinauf und an städtischen Straßen entlang. Der Weg ist „das Ergebnis von Freiwilligenarbeit – normaler Bürger San Franciscos, die zusammengekommen sind, um die Route festzulegen und mancherorts physisch Wege zu säubern, um Segmente von bestehenden Pfaden zu verbinden“, schreibt Chaney Kwak, der den gesamten Crosstown Trail bereits gewandert ist. „Man kann dort auf Nachbarn treffen, die mit ihren Obstbäumen prahlen und rosa Äpfel pflücken, um sie zu teilen.“

Der Weg führt am Presidio vorbei. Dieser 603 Hektar große Militärstützpunkt, der in einen Nationalpark verwandelt wurde, bietet atemberaubende Ausblicke auf die Golden Gate Bridge und feierte im Juli die Eröffnung der 5,7 Hektar großen Presidio Tunnel Tops. Die neue Anlage, die von der gleichen Firma designt wurde wie die High Line in Manhattan, befindet sich auf Betontunneln des Freeway und beeindruckt mit einem plastikfreien Naturspielplatz, Food Trucks und Gesprächen beim Lagerfeuer. Am Field Station veranstalten die Abenteuerführer praktische Naturaktivitäten: Sie bestimmen mit den Besuchern einheimische Pflanzen, informieren über die städtische Koyotenpopulation und probieren Wasser von dem letzten ganzjährig frei fließenden Bach.

Manchester, Vereinigtes Königreich

Pilgerort für Fußballfans

Manchester ist nicht nur die Heimat einer berühmten Fußballmannschaft, sondern beherbergt auch die meistbesuchte öffentliche Bibliothek des Vereinigten Königreichs: die kreisförmige Central Library.

Foto von APS, Alamy Stock Photo

Die „zweite Stadt“ in Großbritannien peppt die Popkultur mit Sport- und Musikmarken auf, die Familien auf der ganzen Welt kennen. 2023 wird Manchester, das Zuhause der bekannten Fußballmannschaft Manchester United, eine Anzahl von Attraktionen ins Leben rufen, um das Wiedererwachen nach der Pandemie zu fördern. Das Highlight des Jahres ist die Frühjahreseröffnung der Factory, einem Kulturraum für 225 Millionen Euro im Stadtzentrum, der von dem Architekturbüro Rem Koolhaas entworfen wurde. Die Factory, benannt nach dem heimischen Plattenlabel, das die lokalen Bands Joy Division und New Order zu weltweiter Berühmtheit verhalf, wird das langfristige Zuhause des Manchester International Festival werden. Die zweijährliche, topaktuelle Kunstsession zeigt das Beste von Theater, Oper und Musik – für jede Altersgruppe.

Dieses Jahr steht zudem im Zeichen der Wiedereröffnung des komplett überarbeiteten Manchester Museum, welches neue Ausstellungsräume zeigt, die sich mit chinesischer, südasiatischer und britisch-asiatischer Kulturbefassen. Dazu gehört eine speziell entworfene inklusive „Belonging Gallery“, die demonstriert, wie Menschen, Pflanzen und Tiere zusammen gedeihen. Was auch voll zur Geltung kommt: der neue „Sky Park“ des National Trust auf dem Castlefield Viaduct, einer begehbaren Eisenbahnbrücke aus dem viktorianischen Zeitalter.

Und während es schwierig sein kann, sich Tickets für ein United-Spiel in Old Tafford, dem legendären Stadion des Teams, zu sichern, können Fans das nahegelegene Manchester United Museum besuchen, das Memorabilien ausstellt und eine Stadiontour beinhaltet.

Trinidad und Tobago

Der sicherste Hafen für Meeresschildkröten

Eine frisch geschlüpfte Lederschildkröte krabbelt am Matura-Strand von Trinidad dem Meer entgegen. Der Ort ist ein wichtiger Nistplatz für die bedrohte Art.

Foto von Brian Skerry, Nat Geo Image Collection

 

Meeresschildkröten haben zwar die Dinosaurier überlebt, werden aber vielleicht dieses Jahrhundert nicht durchstehen. Kinder, die gerne Schildkröten retten möchten – und dabei auch Hunderte von ihnen sehen werden – können sich nach Trinidad und Tobago begeben. Da echte und unechte Karettschildkröten, Suppenschildkröten, Lederschildkröten und Oliv-Bastardschildkröten, also fünf der sieben Meeresschildkröten, sich nahe der Küste aufhalten, ist diese karibische Nation ein Mekka für Schildkrötentourismus.

Brutstätten gibt es auf beiden Inseln, wobei Lederschildkröten am häufigsten anzutreffen sind. Während der Brutzeit von März bis August, sammeln sich ca. 6.000 bis 10.000 Meeresschildkröten an den Stränden. Der Grande Riviere Beach in Trinidad an der Nordküste der Insel ist der am dichtesten besiedelte Nistplatz der Welt für Lederschildkröten. Während der Hauptbrutmonate finden sich zwischen 6.000 und 10.000 Schildkröten an den Küsten des Landes ein. „Nach 32 Jahren bin ich immer noch überwältigt von diesem sanften, wunderbaren Tier“, sagt Suzan Lakhan-Baptiste, Geschäftsführerin von Nature Seekers, einer gemeindebasierten Organisation, die sich dem Schutz der Lederschildkröte widmet und Beobachtungstouren anbietet.

Beobachtungsprojekte werden von anerkannten Führern angeboten und helfen dabei, die Mittel zur Rettung dieser Tiere zu generieren, die von Klimawandel, Lebensraumverlust und Plastikmüll bedroht sind. Reisende können sogar freiwillig mithelfen, um die Brutplätze frei von Schmutz zu halten, brütende Schildkröten zu untersuchen und zu markieren sowie die Größe und Anzahl von Schildkröten und ihren Nestern zu bestimmen.

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