Tiere

5 Tiere, die sich zu Tode paaren

Es gibt gute Gründe, weshalb Spinnen, Aale und einige Säugetiere suizidale Paarungspraktiken haben.Donnerstag, 9. November 2017

Von Liz Langley
Ein Paar Rotlachse paart sich in einem Fluss in British Columbia. Alle pazifischen Lachse, Rotlachse eingeschlossen, sterben nach der Fortpflanzung.

Es kann anstrengend sein, einen Partner zu finden – sogar so sehr, dass manche Tiere sterben, nachdem sie es endlich geschafft haben.

Die Verrückte Tierfrage der Woche hat sich diesmal die Fortpflanzungsstrategie namens Semelparität angesehen. Dabei konzentrieren Tiere all ihre Reproduktionsenergie auf eine einzige Paarung und sterben im Anschluss.

Das Paradebeispiel für dieses Phänomen ist die männliche Breitfuß-Beutelmaus – ein kleines australisches Säugetier. Das Tierchen geht quasi auf einen verrückten Paarungs-Amoklauf (der bis zu 14 Stunden dauern kann) und erleidet im Anschluss einen tödlichen Zusammenbruch des Immunsystems. Es stirbt quasi als ausgelaugtes Wrack.

Man könnte es als elterliches Opfer bezeichnen: Die Mausmännchen sterben in der Gewissheit, dass sie ihren Samen weit und breit verteilt haben.

„Als Ausgleich zeugen semelpare Arten mehr Nachwuchs“, sagt Jeyaraney Kathirithamby, eine Entomologin an der Universität von Oxford.

Undercover-Parasiten

Ein weiblicher Parasit der Gattung Caenocholax-Strepsiptera hat sich in einer Grille verborgen. Sie wird sich hier paaren, ihren Nachwuchs gebären und dann sterben.

Parasiten aus der Ordnung der Fächerflügler zum Beispiel produzieren in ihrer ersten und einzigen Paarungssaison zwischen 1.000 und 750.000 Larven.

Es sind Tiere mit einem seltsamen Lebensstil: Die Weibchen vergraben ihren Körper in einem Wirt, zum Beispiel einer einsamen Biene, und verlassen diesen nie wieder. Da sie keinen Nutzen für Flügel, Augen, Beine oder Antennen haben, behalten die Weibchen die Merkmale aus frühen Entwicklungsphasen bei und sehen daher wie Mini-Marshmallows aus.

Der einzige Körperteil, der aus dem Wirt herausguckt, ist der Brutkanal – eine Öffnung, durch die das Männchen das Weibchen befruchtet und durch welche die Larven herauskriechen.

Die Männchen, die bis zu sechs Stunden lang leben, fliegen auf der Suche nach solchen vergrabenen Weibchen umher. Sie paaren sich mit ihnen und sterben dann, sagt Kathirithamby. Nachdem die Larven aus dem Weibchen geschlüpft sind, stirbt dieses ebenfalls.

Mysteriöse Aalbegattung

Fische sind bekannt für ihre Fruchtbarkeit und ihre großen Gelege.

Pazifische Lachse sterben nach dem Ablaichen, aber ihre größte Art, der Königslachs, legt bis zu 5.000 Eier.

Amerikanische Aale können mit einem Mal bis zu 30 Millionen Eier produzieren, aber ihr Sexleben ist noch immer ein Mysterium, sagt John Casselman, ein Professor an der Queens Universität im kanadischen Ontario.

Diese Aale erreichen ihre Geschlechtsreife mitunter erst nach 20 Jahren. Im Anschluss schwimmen sie dann ins Sargassomeer. Bisher konnten Wissenschaftler den Vorgang des Ablaichens noch nicht beobachten, vermuten aber, dass er in großen Tiefen geschieht. Sie haben jedoch schon Schwärme von Aallarven verzeichnet, die aus dieser Richtung kamen.

Der Amerikanische Aal ist durch verschiedene Faktoren wie Überfischung und die Blockierung seines Lebensraums durch Dämme mittlerweile stark gefährdet. Daher kann es durchaus sein, dass wir seine Paarungsgeheimnisse niemals lüften werden können.

Dieses Pärchen sich paarender Fangschrecken wird kurz nach der Fortpflanzung sterben. Manchmal kommt es vor, dass das Weibchen das Männchen teilweise oder ganz frisst.

Opferspinnen

Weibliche Spinnen haben oft einen schlechten Ruf als Femmes fatales, die ihre Partner fressen. Aber weibliche Spinnen der Art Stegodyphus lineatus sterben für ihre Jungen.

Nachdem ihr erstes Gelege geschlüpft ist, „würgt die Mutter zuerst Futter für die frisch geschlüpften Spinnchen aus und lässt sich dann von ihnen fressen“, sagt Catherine Scott, eine Doktorandin an der Universität von Toronto in Scarborough.

Andere männliche Spinnen opfern sprichwörtlich ihre Körper, um sicherzustellen, dass sie Vater werden.

Männliche Spinnen haben „zwei Organe zum Samentransfer, die man Pedipalpen nennt“ und die sie nacheinander in die zwei Bereiche des Weibchens einführt, in denen sie den Samen auffängt und lagert, so Scott. Die Männchen der Gattung Argiope aus der Familie der Echten Radnetzspinnen sterben, wenn sie ihren zweiten Pedipalpus einführen.

Nach ihrem Tod „hängt die Leiche des Männchens an der Genitalöffnung des Weibchens“, was es für andere Männchen deutlich erschwert, sich mit diesem Weibchen zu paaren.

Männliche Argiope paaren sich oft mit Weibchen, die sich gerade erst gehäutet haben und sie daher nicht fressen können. Aber wenn es ein älteres Weibchen ist, „wird es ihn kurz nach seinem Tod fressen“, sagt Scott.

Na ja, das ist vermutlich immer noch gesünder als die Zigarette danach.

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