Tiere

Dieser weibliche Krake ist vierzigtausendmal schwerer als ihr Partner

Viele weibliche Tiere sind größer als ihre Männchen – und das aus gutem GrundMontag, 12. März 2018

Von Liz Langley
Bilder Von Chris Gug, Alamy
Ein weiblicher Löcherkrake ist um ein Vielfaches größer als die Männchen, die ihre ganze Energie darauf verwenden, die Weibchen im offenen Meer zu finden.

Es gibt eine Menge Adaptionen von King Kong, aber von Queen Kong hat noch nie jemand etwas gehört.

Es stimmt, dass männliche Gorillas deutlich größer sind als weibliche. Aber um ein Vielfaches größere Weibchen sind die Norm bei einigen Arten von Fröschen, Schildkröten, Eidechsen, Schlangen und Spinnen.

Und es gibt einen Grund für ihre Körperfülle – abgesehen von der big is beautiful-Tatsache.

„Größere Weibchen können mehr Nachwuchs hervorbringen“, sagt Greg Pauly, Kurator für Herpetologie am Natural History Museum of Los Angeles

So können zum Bespiel weibliche Landkarten-Höckerschildkröten, die in den zentralen und östlichen Regionen der USA beheimatet sind, doppelt so lang und zehnmal so schwer wie männliche werden – ein großer Vorteil, um mehr Eier mit sich herumzuschleppen.

Eine weibliche (links) und männliche Landkarten-Höckerschildkröte beim Sonnenbad.

Bei den Echten Radnetzspinnen und Krabbenspinnen können die „Weibchen hundertmal größer sein als die Männchen“, teilt Jo-Anne Sewlal, Arachnologin an der University of the West Indies, St. Augustine, per E-Mail mit. Tatsächlich sind die Männchen der Seidenspinnen so klein, dass sie oft fälschlicherweise für Nachwuchs gehalten werden.

Für einige Männchen ist es besser, klein zu sein

Winzig klein zu sein, ist für einige Männchen von Vorteil, sagt sie.

Kleine Spinnenmännchen können leicht durch umgefallene Bäume, Felsen und andere Hindernisse in ihren komplexen Lebensräumen navigieren, um zu den Weibchen zu gelangen, die sesshaft in ihren Netzen bleiben.

Eine männliche und weibliche Seidenspinne in ihrem Netz im Krüger-Nationalpark in Südafrika.

Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigt, dass kleinere Spinnen eher kopfüber unter selbstgemachten Seidenbrücken entlangkrabbeln. Das ermöglicht ihnen ein schnelles Vorankommen und Zugang zu mehr Paarungsmöglichkeiten. Größere Weibchen bewegen sich seltener auf diese Art fort.

Über Baumwurzeln und andere komplexe Landschaftselemente zu krabbeln, fällt auch kleineren Schildkrötenmännchen leichter, wenn sie auf der Suche nach einer Partnerin sind, fügt Pauly hinzu.

Ein Buckelwal-Paar schwimmt miteinander. Die Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 30 Metern und sind damit größer als die Männchen.

Leben im Meer und Säugetiere

Winzige männliche Meeresbewohner haben es unter Umständen schwer, im offenen Ozean eine Partnerin zu finden – selbst, wenn sie um ein Vielfaches größer ist.

Weibliche Löcherkraken, die in subtropischen und tropischen Gewässern beheimatet sind, können über zwei Meter lang werden, die Männchen dagegen nur 2,4 Zentimeter. Sie sind außerdem vierzigtausendmal schwerer als das Männchen, das seine Energie lieber in die Suche nach Weibchen steckt, als zu wachsen.

Weibliche Osedax, die sich von den Knochen toter Wale ernähren, werden bis zu sieben Zentimeter lang. Bei den meisten Arten lebt das mikroskopisch kleine Männchen im Weibchen und produziert fortwährend Spermien.

Ein weiblicher Osedax mucofloris. Die Männchen leben im Körper der Weibchen.

Bei Säugetieren herrscht die gängige Praxis, dass die Männchen miteinander um die Vorherrschaft kämpfen. Daher rührt die Tatsache, dass die Männchen in der Regel größer sind – man denke nur an die Territoriumskämpfe der riesigen See-Elefanten.

Es gibt allerdings einige Ausnahmen, wie die Weibchen der Bartenwale, die größer sind als die Männchen. Weibliche Buckelwale werden bis zu 30 Metern lang, während die Männchen etwas kürzer sind.

Den Frieden bewahren

In einigen Fällen macht die unterschiedliche Größe der Geschlechter ihnen das Leben leichter.

Weibliche Landkarten-Höckerschildkröten zum Beispiel können größere Beutetiere wie Muscheln zerdrücken, was die Männchen nicht schaffen. Dadurch gibt es weniger Nahrungskonkurrenz innerhalb der Spezies, sagt Pauly.

Das ist auch ein Weg, den Ehefrieden zu wahren.

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