Tiere

Drei Jahre Tortur: Seil kostete Walkalb fast das Leben

Digits Überleben sicherte den Fortbestand ihrer Familie. Ihre Geschichte verdeutlicht, welche Folgen die Meeresverschmutzung haben kann. Freitag, 4 Januar

Von Craig Welch

Als er die Bilder sah, erstarrte Shane Gero.

Ein dickes Stück Seil, ein Überbleibsel eines Fischernetzes, hing am Schwanz eines jungen Pottwals. Für das ungeübte Auge mag das harmlos aussehen – eine Schlinge, die sich kurz vor der Schwanzflosse des Tieres verfangen hatte. Aber Gero war klar, dass dieses Seil den Tod bedeuten konnte.

Die Fotos, die er per Mail von einem Kollegen erhalten hatte, zeigten, wie das schwere Tau den Schwanz des Tieres runterzog. Es könnte den Wal beim Tauchen stören – und somit bei der Nahrungssuche. Mit dem voranschreitenden Wachstum des Weibchens könnte es auch in ihr Fleisch schneiden und ihr Gewebe abdrücken. Schlussendlich könnte das Tier dadurch sogar seine Schwanzflosse verlieren, auch wenn es zuvor wahrscheinlich einer Infektion erliegen oder verhungern würde.

Daheim in Ottawa wandte sich Gero von seinem Computer ab. Er rief seine Frau an und versuchte, nicht zu weinen.

Die junge Pottwaldame Digit war noch nicht mal vier Jahre alt, aber Gero kennt ihre Familie seit vielen Jahren. Seit einem Jahrzehnt nimmt der kanadische Verhaltensökologe jeden Frühling Abschied von seinem eigenen Nachwuchs, um in der Karibik ein paar Monate Zeit mit den Walen zu verbringen. Obwohl er noch keine 40 ist, stieg der Professor der dänischen Aarhus-Universität rasch zum weltweit führenden Experten für Pottwalkälber auf. Digit und ihre Verwandten waren seine großen Stars.

Digits bloße Existenz war bereits enorm bedeutungsvoll. Tausende Pottwale durchqueren die Meere unserer Welt. Aber 12 der 16 Walfamilien, die jedes Jahr in die Karibik zurückkehren, sterben aus. In nur 15 Jahren könnte von all diesen Familien jeweils nur noch ein Exemplar übrig sein.

Zudem sind Pottwalfamilien matrilinear. Die ausgewachsenen Männchen werden früher oder später verstoßen, und die Aufzucht der Kälber obliegt allein den Weibchen. Jahrelang hatte Digits Familie ausschließlich männliche Kälber zur Welt gebracht. Drei von ihnen – Thumb, Tweak und Enigma – waren bereits gestorben. Scar würde ihnen bald nachfolgen.

Die Familie brauchte weiblichen Nachwuchs.

Digits Geburt im Jahr 2011 löste bei Geros Forschungsteam daher pure Begeisterung aus. Die Forscher sah zu, wie Digit an ihrer Mutter Fingers säugte. Sie jubelten, als sie für ihren ersten Tauchgang in die Tiefen des Meeres ihre Schwanzflosse in die Höhe warf. Dank Digit schien es, als hätte die am besten erforschte Pottwalfamilie der Welt gute Chancen auf ein Fortbestehen.

2015 erhielt Gero dann die Bilder.

Soziale Riesen

In der Literatur gelten Pottwale als wilde Bestien, die ganze Schiffe zertrümmern – Monster von „unergründlicher Bosheit“, wie Ahab sie in Herman Melvilles „Moby Dick“ bezeichnet. Tatsächlich könnte das kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Die größten Zahnwale der Welt haben die größten Gehirne im Tierreich. Die Meeresnomaden gehören großen Clans an, die Tausende von Tieren umfassen können. Jeder Clan hat seinen eigenen Dialekt. Die Wale kommunizieren mit einer einzigartigen Abfolge von Klicklauten und sind soziale und verspielte Tiere. In der Nähe der Oberfläche reiben sie sich aneinander und rotieren umeinander herum. Einige Exemplare umkreisen die kleinen Schiffe der Forscher und drehen sich auf die Seite, um einen Blick auf die Insassen zu erhaschen. Pottwale sind äußerst neugierig, besonders, wenn sie im Wasser Dinge entdecken, die ihnen nicht vertraut sind.

Der National Geographic Explorer Gero kann sich denken, was Digit widerfuhr. Karibische Fischer verankern ihre Netze am Meeresboden, um Thunfische, Speerfische und Gemeine Goldmakrelen zu fangen. Die Wale interessieren sich nur selten für die befestigten Netze, aber durch Container- und Kreuzfahrtschiffe werden sie oft unabsichtlich zerrissen. Die umhertreibenden Geisternetze ziehen neugierige Tiere wie magisch an – aber die losen Seilenden sind für Wale ebenso gefährlich wie Spinnennetze für Fliegen. Zwar gibt es keine verlässlichen globalen Statistiken, aber allein in den Hoheitsgewässern der USA verfingen sich im Jahr 2017 mindestens 76 große Wale (darunter Buckel-, Blau- und Minkwale) in Netzen, Leinen und anderem Treibgut. Die überwiegende Mehrheit solcher Vorfälle bleibt zudem unbemerkt.

Gero vermutet, dass Digit sich beim Schwimmen einfach in einem losen Seilstück mit einer Schlaufe verheddert hat. Drei andere Wale in der Region hatten kurz zuvor ebenfalls verhängnisvolle Begegnungen mit Fischereiausrüstung gehabt. Ein Muttertier mit einem gebrochenen Kiefer musste ihr totes Kalb tagelang hinter sich herziehen, da sich beide im selben Seilgewirr verfangen hatten. (Die Verletzungen am Maul der Mutter lassen vermuten, dass sie versuchte, ihr Kalb freizubeißen.)

Gero und seine Kollegen kontaktierten Michael Moore, einen Wissenschaftler an der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts. Er hatte zuvor bereits dabei geholfen, Atlantische Nordkaper von Seilen und Netzen zu befreien.

Moores Einschätzung machte jedoch wenig Hoffnung. Die Bilder zeigten, dass sich die Schlaufe um Digits Schwanz eng zugezogen hatte. Das Seilende, das sie hinter sich herzog, war nur etwa dreieinhalb Meter lang – zu kurz, um daran Bojen zu befestigen, die den Pottwal nahe an der Oberfläche halten würden. Für die Rettungstaucher, die am Wal arbeiten müssten, ist das ein entscheidender Faktor. Ohne ein längeres Seil hätte das Team Probleme, überhaupt nah genug an den Wal heranzukommen.

Aber es gab noch andere Komplikationen. Dominica – jenes karibische Land, in dem Gero während seiner Walforschungen verweilt – ist nicht New England. Im Umkreis von mehreren hundert Kilometern gab es nirgends ein ausgebildetes Team, das Erfahrung bei der Entwirrung von Walen hatte. Es würde Zeit und Geld kosten, eines einfliegen zu lassen. Wie viel Zeit tatsächlich blieb, wusste aber niemand.

„Wir sahen uns mit dem langwierigen und langsamen Tod eines Tieres konfrontiert, das wir jeden Tag sahen – eines, von dem wir dachten, es würde unser Leben lang da sein“, so Gero.

Für ihn war die Angelegenheit persönlich.

Das Kennenlernen

Gero hatte an der Dalhousie University im kanadischen Halifax unter dem Pottwal-Guru Hal Whitehead gelernt. Whitehead fand, dass die hoch entwickelten Meeresriesen den gleichen Respekt wie Primaten verdienten. Er selbst hatte vorwiegend ausgewachsene Tiere erforscht. Als Student wollte Gero aber mehr über die Jungtiere lernen. Welche Familienmitglieder waren mit ihrer Aufzucht betraut? Wann tauchten sie zum ersten Mal in die tieferen Meeresregionen ab? Wie erlernten sie ihren Dialekt – und von wem?

So kam es, dass der junge Forscher 2005 an Bord von Whiteheads Forschungsschiff Balaena in Dominica ankam. Dort begegnete er einer Walgruppe, die er die Group of Seven taufte – nach dem Kreis berühmter kanadischer Landschaftsmaler des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Group of Seven verbrachte oft mehrere Wochen in der Nähe der Küste Dominicas. Außerdem wurde sie öfter als andere Walgruppen gesichtet. In seinem ersten Jahr verbrachte Geros Team sage und schreibe 40 Tage damit, das Verhalten dieser einen Familie zu katalogisieren.

„Wir gingen an Land, machten unsere Einkäufe, und als wir wiederkamen, sahen wir dieselben Tiere, die immer noch vor der Küste umherschwammen“, sagt Gero. „So was hat es vorher noch nicht gegeben.“

Darum wirken die Namen der Tiere auch so beiläufig. Gero musste sie auseinanderhalten, hatte aber nicht erwartet, sie jemals wiederzusehen.

Genau wie bei Jane Goodalls Schimpansen und Dian Fosseys Berggorillas offenbarten sich nach und nach auch die jeweiligen Eigenheiten und Persönlichkeiten der Wale durch den intimen Zugang zu den Tieren. Mit der Zeit begann Gero, sie als Individuen zu betrachten.

Fingers schien das Sagen zu haben. Sie war es für gewöhnlich, die die „Coda“ äußerte – vier Klicks, mit denen sich die Walfamilie gegenüber anderen Walen identifizierte, also eine Art Nachname. Als ihr Kalb Thumb starb, half Fingers anderen Familienmitgliedern bei der Aufzucht der Jungen. Sie mied Menschen und war für ihre spektakulären Tauchgänge bekannt, bei denen sie ihre Schwanzflosse besonders hoch warf, bevor sie geradewegs in die Tiefe abtauchte.

„Es ist schwer, jemandem zu beschreiben, wie schön sie das macht, wenn derjenige das nicht schon bei Hunderten von Walen gesehen hat“, sagt Gero, dessen Forschungen über das Marine Bioacoustics Laboratory der Aarhus-Universität laufen. „Es wirkt fast so, als würde sie den anderen zeigen, wie man es macht.“

Fingers Nichte Pinchy war die Mutter von Scar, der sich in Gegenwart von Menschen so wohl fühlte, dass er in Dominicas Waltourismusindustrie ein echter Star wurde. Dann gab es noch den kränklichen Quasimodo und Mysterio, die man kaum zu Gesicht bekam.

Gero fühlte sich den Walen zunehmend verbunden. „Die Wale wurden ein Teil meines Lebens“, sagt er. „Meine Kinder kannten sie alle beim Namen, obwohl sie sie noch nie mit eigenen Augen gesehen hatten.“

Diese Wale waren es auch, die dafür sorgten, dass Gero seine Ansichten zum Artenschutz änderte. In vielen Pottwalfamilien trinken die Kälber auch Milch von den Müttern anderer Kälber. Die Jungtiere der Group of Seven tranken hingegen nur die Milch ihrer biologischen Mütter. Wenn Clans oder Familien einzigartige Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster zeigen, legte das dann nicht nahe, dass der Artenschutz mehr als nur die Gesamtzahl der Population berücksichtigen sollte? War nicht jeder Clan für sich allein schon etwas Besonderes?

Im Jahr 2011 kam ein Dokumentationsteam unter der Leitung eines Filmemachers nach Dominica, der schon Fosseys Biopic „Gorillas im Nebel“ mitproduziert hatte. Als Fingers in jener Woche ein neues Kalb gebar, wusste Gero, wie er das Weibchen nennen würde:

Digit, nach Fosseys liebstem Silberrücken. Erst später erinnerte er sich daran, was die Menschen diesem Gorilla antaten.

Die Tortur

Bevor Gero 2015 nach Dominica zurückkehrte, hatte er Digits Verletzungen nur auf den Bildern gesehen, die ihm zugemailt wurden. Vor Ort sah alles noch viel schlimmer aus. Vor seiner Begegnung mit dem Seil hatte der junge Wal gerade begonnen, allein umherzuschwimmen und zu tauchen. Jetzt sah man das Weibchen nur noch in der Gegenwart erwachsener Tiere. Statt neugierig war sie scheu und zurückhaltend. Von Schiffen und Menschen hielt sie sich fern.

„Es war, als wolle sie sagen: Das ist alles eure Schuld, ihr Menschen“, sagt Pernell Francis, der mit Gero zusammengearbeitet hat.

Gero konnte sehen, wie das Seil in ihr Fleisch schnitt. Noch bedenklicher war, dass Digit ihre Schwanzflosse nicht heben konnte. Das Seil hing zu schwer daran. Wie befürchtet konnte sie keine tiefen Tauchgänge unternehmen und fand daher nicht so viele Tintenfische.

Digits Situation sprach sich bald herum. Ted Cheeseman, der Kunden aufs Meer fuhr, damit sie mit Walen schwimmen konnten, sammelte Spenden, um ein professionelles Team anzuheuern, das Digit von dem Seil befreien könnte. Privatpersonen spielten mit dem Gedanken, das Seil einfach eigenmächtig zu entfernen. Gero wusste, dass das zu gefährlich wäre.

„Es gibt Internetvideos von Leuten, die das gemacht haben, aber sie hatten verdammt viel Glück, dass sie dabei nicht umgekommen sind“, sagt Moore. Ein ausgebildeter Retter starb 2017, nachdem er von einem Wal getroffen wurde, den er gerade befreit hatte.

Schlussendlich nahm jemand die Option einer professionellen Rettung vom Tisch. Ein Taucher kürzte Digits Seil, schnitt jedoch nicht die Schlinge ab. Somit hatte Digit beim Schwimmen zwar nun mit weniger Widerstand zu kämpfen, aber es blieb noch weniger Seil als zuvor für professionelle Rettungsversuche.

Am Ende kam kein Rettungsteam. Cheeseman nutzte das Geld, das er gesammelt hatte, um Equipment für künftige Rettungsversuche zu kaufen und einzulagern. Er zahlte für die Auswahl und Ausbildung einer Walrettungsmannschaft in Dominica.

Derweil wurde Digit immer dünner. Da sie nicht länger selbst jagen konnte, fing sie wieder an, Fingers Milch zu trinken.

Hilfsangebote

Eines Nachmittags rauschte in Dominica ein Boot an Gero vorbei und eine Frau rief: „Hey Shane, wie kann ich Digit helfen?“ Gero war sprachlos. Sogar Wildfremde machten sich Sorgen.

An jenem Abend aß er an Deck seines Forschungsbootes zu Abend. Die Group of Seven war in echten Schwierigkeiten. Die Familie stand am Rande ihrer Existenz und war auf drei Tiere geschrumpft: Fingers, Pinchy und Digit. Aber die Nachfrage der fremden Frau erinnerte ihn wieder daran, dass Digits Geschichte ihre ganz eigene Macht hatte.

Menschen haben vor allem für Delfine und Orcas eine Schwäche, aber einen Pottwal würden viele wohl nicht erkennen. Und noch weniger sind sich bewusst, welchen Spießrutenlauf durch diverse Gefahrenquellen die Meeresnomaden tagtäglich absolvieren müssen: Umweltverschmutzung, Klimawandel, Zusammenstöße mit Schiffen und herrenlose Fischereiausrüstung.

„Aber die Menschen verstehen eine Mutter, die für ihr Kind sorgt, das plötzlich ein chronisches Leiden hat“, so Gero.

Er schwor sich, dass am Ende irgendetwas Nützliches aus Digits Verletzung erwachsen würde.

Im Laufe der folgenden Jahre erweiterte Gero seinen Forschungsschwerpunkt auf den Artenschutz. Er schrieb mehr und hielt mehr Vorträge. Er sprach in Museen und erwähnte Digits Problem sogar in einem TEDx Talk. Er und ein Team kartierten die Bewegungen von Walen und Schiffen und hielten die Regierung dazu an, den Schiffsverkehr auf Regionen zu beschränken, die die Tiere mieden. Gero hoffte, dass Betreiber von Fischerbooten so Orte für ihre Netze finden könnten, an denen nicht so viel Schiffsverkehr herrschte.

„Digit hat die gesamte Perspektive unseres Projekts verändert“, sagt er. Er war nicht länger nur am Verhalten der Wale interessiert. Stattdessen fragte er nun: „Was können wir tun, damit wir alle Seite an Seite miteinander leben können?“

Digit aber konnte er noch immer nicht helfen. Sie konnte weiterhin keine tiefen Tauchgänge durchführen. Ihr Fleisch hatte begonnen, um das Seil herumzuwachsen. Gero ging davon aus, dass er ihr beim Sterben zusah.

Das Wunder

Im letzten Frühling sah er sie dann wieder von Bord der Balaena aus. Wenige Tage nach Beginn der Feldsaison durchbrach Digit die Oberfläche. Gero war sofort klar, dass alles anders war.

Digits Wirbelsäule zeichnete sich nicht länger an ihrem Rücken ab. Sie hatte gut an Gewicht zugelegt. Als Gero genauer hinsah, entdeckte er Abschürfungen und Narben an jener Stelle, an der das Seil gerieben hatte. Aber das Seil selbst war einfach verschwunden.

Einige Monate zuvor hatte ein Kollege aus Dominica ihm in einer E-Mail geschrieben, er hätte davon gehört, dass Digit ihr Seil losgeworden sei. Gero hatte sich zwar Hoffnungen gemacht, war aber skeptisch geblieben. Nun, da Digit sich anschickte, wieder abzutauchen, verfiel Geros ganzes Team plötzlich in Schweigen. Digits Schwanzflosse schoss empor und sie tauchte ab. Die Besatzung brach in Jubel aus. Nach drei Jahren war Digit endlich wieder frei.

Später statteten die Wissenschaftler sie mit einem Tracker aus, der an ihrem Rücken angebracht wurde. Als sie die Daten des Trackers auswerteten, war Gero überwältigt. Digit tauchte mehr als 900 Meter tief. Sie fraß massenweise Tintenfisch. Kurz und knapp: Digit verhielt sich wie ein gesunder, sieben Jahre alter Wal.

Niemand weiß, wie sie sich von dem Seil befreit hat. Cheeseman vermutet, dass es durch das Sonnenlicht und den Druck im Laufe der Zeit schwächer wurde, bis es schließlich riss. Moore glaubt, dass Digit das Seil abgestreift haben könnte, als sie an einem scharfkantigen Felsen vorbeischwamm. Vielleicht haben ihr auch andere Wale geholfen.

„Wenn mir jemand erzählen würde, dass zwei Pottwale an dem Seil gezogen und es auseinandergerissen haben, würde ich das glauben“, so Moore.

Gero hat noch eine andere Theorie. Er hat frische Narben an Digits Schwanzflosse entdeckt. Daher vermutet er, dass sie von einem Raubtier angegriffen wurde, das unwissentlich das Seil abriss.

Aber Gero weiß, dass er nie Gewissheit haben wird. Das ist ihm sogar fast lieber.

„Man vergisst leicht, dass neben uns Tausende von Arten existieren, die in reichen und komplexen Welten ihr Leben parallel zu dem unseren leben“, sagt er.

Eine neue Generation ostkaribischer Pottwale schwimmt wieder frei umher. Dieses Wissen war ihm genug.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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