Überwinterung leicht gemacht: Tipps für einen tierfreundlichen Garten

Mit einfachsten Mitteln lässt sich der heimische Garten in ein schützendes und nahrhaftes Winterquartier für Igel, Meise und Erdkröte verwandeln. Oftmals muss man dafür gar nicht viel tun.

Von Marina Weishaupt
Veröffentlicht am 29. Nov. 2022, 09:49 MEZ
Vögel sitzen im Schnee auf einem Vogelhaus.

Beliebte Futterstellen für Vögel sind ausgestattet mit ausreichend Körnern, Fett und Samen – aber auch Weichfutter wie Rosinen, Obst, Haferflocken oder Kleie.

Foto von ArtushFoto / Adobe Stock

Der Winter naht – und mit ihm die kalte Jahreszeit, in der wir es uns drinnen gemütlich machen. Damit auch die heimischen Gärten während Frost, Schnee und Kälte lebenswerte Lebensräume bleiben, muss eigentlich gar nicht viel getan werden. Für die recht anspruchslosen vier- und sechsbeinigen Besucher und Bewohner gilt die Devise: weniger ist mehr. 

Wertvolle Haufen: Laub, Holz, Stein und Kompost

Auch wenn es so manchen Menschen ein Dorn im Auge ist: Laub in Blumenbeeten, unter Bäumen und Sträuchern oder gar auf dem Rasen bietet wertvollen Schutz. Insekten finden hier Nahrung und Unterschlupf – Tiere wie der Igel ebenfalls. Auch Haufen aus Totholz und Steinen bieten das ganze Jahr über Schutz und sollten in keinem Garten fehlen. Errichtet sind diese im Handumdrehen: Laub, Reisig, Wurzelwerk und Äste können nach Belieben aufgestapelt werden – die Optik ist dabei zweitrangig. Im Winter verkriecht sich hier mit etwas Glück beispielsweise das Tier des Jahres 2023, der Gartenschläfer. 

Manche Arten von Amphibien mögen es noch eine Stufe wärmer: Im Kompost findet etwa die Erdkröte einen frostfreien Ort für ihre Winterstarre. Damit die Wärme hier gehalten werden kann, ist eine Abdeckung zum Schutz vor Regen und Schnee hilfreich.

Sauerstoff für den Gartenteich

Ob als Beitrag für die Rettung der Amphibien oder aus rein ästhetischen Gründen: Das Anlegen eines Teichs bietet Frosch, Molch und Kröte einen idealen Lebensraum. Damit sich der Teich auch für die Überwinterung eignet, wird eine Mindesttiefe von etwa einem Meter empfohlen. So kann das Wasser nicht vollständig gefrieren – gut für den Grasfrosch, der sich gerne auf den Grund zurückzieht. Damit das kühle Nass trotz geschlossener Eisdecke mit genügend Sauerstoff versorgt wird, eignen sich für naturnahe Wasserflächen Pflanzen wie Schilf.

Ruhe im Beet

Nichtstun ist auch im Blumenbeet angesagt. Um die unterirdische Tierwelt zu schonen, ist von Gartenarbeiten wie dem Umgraben oder Harken abzusehen. Überbleibsel des Sommers wie verblühte Blumen oder Stängel von Stauden können ebenfalls als Überwinterungshilfen im Beet verbleiben. Einige Pflanzen, die zuvor schön anzusehen waren, können im Winter sogar als Nahrungsspender dienen – darunter samentragende Blumen, Stauden oder Gräser.

Insektenhotels ruhen lassen

Auch von der Instandhaltung von Insektenhotels wird zu dieser Jahreszeit abgeraten. Denn in den engen Gängen könnten sich bereits Puppen oder Larven diverser Arten eingenistet haben. Von Putzaktionen in Nisthilfen ist auch während anderer Jahreszeiten eher abzuraten. Wenn eine etwaige Schimmelbildung oder anderweitiger Schmutz dies allerdings erfordert, ist ein Frühjahrsputz im kommenden Jahr die bessere Wahl. 

Nistkästen für Vögel und kleine Vierbeiner

Bei den obligatorischen Vogelhäuschen denkt man zunächst eher an gefiederte Gartenbesucher. Frostige Temperaturen fordern vor allem den Vögeln einiges ab, doch auch Fledermäuse, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Haselmäuse oder Gartenschläfer machen es sich im Winter darin gerne gemütlich. Für die Anbringung eines Schutz und Wärme spendenden Nistkastens ist es also nie zu spät. Damit die tierischen Besucher nicht in ihrem Winterschlaf gestört werden, sollte auch hier erst wieder im Februar oder März eine Säuberung stattfinden.

Nahrhafte Futterstellen

Um den hierzulande überwinternden Meisen, Amseln, Eichelhähern oder Spatzen etwas unter die Arme – oder Flügel – zu greifen, bieten sich spezielle Vogelfutterstellen an. Bestenfalls befinden sich diese außerhalb der Reichweite von ungebetenen Gästen wie Katzen oder Ratten. Je nachdem, welche Vogelart im heimischen Garten vorzufinden ist, sollte das Buffet reich bestückt sein: Der NABU bietet mit seiner interaktiven Snackbar einen Überblick. 

Wichtig: Fettreiches Futter ist für Jungvögel schwer verdaulich und sollte ausschließlich im Winter verfüttert werden. Brot oder Salzhaltiges liegt auch bei ausgewachsenen Tieren schwer im Magen. Zudem ist von Meisenknödeln in Plastiknetzen abzuraten, da diese zu schweren Verletzungen führen können. 

Auch für Eichhörnchen oder andere Nager kann für ausreichend Nahrung gesorgt werden. Dank Futterhäuschen mit speziellen Vorrichtungen wie Deckeln oder Klappen werden Nüsse vor gierigen Vögeln geschützt. Neben bereitgestellten Leckereien erfreut sich die Tierwelt übrigens auch an natürlichen Futterquellen. Hierfür eignen sich etwa Samen von verwelkten Pflanzen, Wildbeeren, Hagebutten oder Nussbäume und -sträucher. 

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