Licht lockt Mücken an? Sieben Insekten-Mythen im Check

Kakerlaken überleben einen Atomkrieg, drei Hornissenstiche töten einen Erwachsenen. Stimmt das? Sieben weit verbreitete Gerüchte über Insekten unter der Lupe.

Von Jens Voss
Veröffentlicht am 24. Nov. 2023, 09:38 MEZ
Eine Stechmücke saugt Blut auf einem menschlichen Arm.

Kleine Nervensäge: Stechmücken brauchen Blut für die Produktion ihrer Eier.

Foto von Adobe Stock

SIEBEN GERÜCHTE ÜBER INSEKTEN

1. Wespen riechen Angstschweiß

Wespen können ziemlich nerven, wenn sie um Kuchentische, Grillteller oder Getränkegläser schwirren. Viele Menschen reagieren dann geradezu panisch. Doch das reizt die geflügelten Plagegeister nur umso mehr. Wespen reagieren stark auf Gerüche. Unser Angstschweiß versetzt sie in Alarmbereitschaft. Und wenn sie sich bedroht fühlen, schalten sie schnell in den Angriffsmodus. Gut zu wissen: Die meisten Wespenarten sind völlig harmlos. Lästig werden eigentlich nur die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die allerdings zu den häufigsten Arten gehören.

2. Drei Hornissenstiche töten einen Erwachsenen

Zwei Hornissenstiche töten ein Kind, drei einen Erwachsenen, sieben ein Pferd. Oft hat der Volksglaube recht. Hier irrt er. Entgegen landläufiger Meinung sind Hornissen weder aggressiv noch besonders giftig. Ihr Stich ist ähnlich schmerzhaft wie der einer herkömmlichen Wespe – und bei Menschen ohne Allergie nicht gefährlicher. Hornissen haben in der Regel auch keinen Appetit auf unsere Speisen und Getränke. Im Gegenteil: Besonders gern jagen sie Wespen.

3. Hummeln können nicht stechen

Mit ihrem flauschig-pummeligen Körper wirken Hummeln auf viele Menschen harmloser als Wespen, Bienen oder Hornissen. Und wenn sie sich doch einmal verteidigen müssen, beißen sie, statt zu stechen. So zumindest lautet eine weitverbreitete Annahme. Irrtum! Hummeln können sehr wohl stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Allerdings haben nur weiblichen Tiere einen Stachel. Außerdem ist die Giftdosis geringer als bei Bienen und Wespen. Und weil sich Hummeln ohnehin nicht für unsere Speisen und Getränke interessieren, kommt es auch nur äußerst selten zum Piks. 

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4. Kakerlaken überleben einen Atomkrieg

Auch dieser Mythos hält sich hartnäckig. Richtig ist: Kakerlaken und andere Schaben gehören zu den widerstandsfähigsten Tieren überhaupt. Ihr Chitinpanzer hält eine zehnmal höhere Strahlendosis aus als der menschliche Körper. Möglicherweise hätten sie damit die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki überleben können. Gegen die zerstörerische Kraft heutiger Nuklearwaffen hätten aber selbst Kakerlaken keine Chance. 

5. Libellen stechen mit ihrem Giftstachel

Zugegeben: Es kann schon recht bedrohlich wirken, wenn eine große Libelle in hohem Tempo auf uns zufliegt, um plötzlich wie ein Hubschrauber in der Luft stehen zu bleiben und dann abzudrehen. Fakt ist aber: Libellen sind völlig harmlos. Sie haben weder Gift noch Stachel. Weibliche Tiere besitzen einen so genannten Legebohrer. Er wird aber nicht zur Abwehr benutzt, sondern zur Eiablage. 

Mücken verhalten sich unauffällig, um an Blut zu kommen

6. Licht zieht Mücken magisch an

Wer beim abendlichen Lüften das Licht ausschaltet, verhindert womöglich, dass scharenweise Schnaken und Motten ins Zimmer flattern. Stechmücken lassen sich so aber nicht abwehren. Die kleinen Plagegeister orientieren sich überwiegend an Gerüchen und dem Kohlendioxid-Gehalt in der Luft. Schweiß zieht sie ebenso an wie das CO2, das wir über die Atemlauft und Haut abgeben. Übrigens: Nur weibliche Mücken stechen. Sie brauchen das Blut für die Produktion ihrer Eier.

7. Stechmücken lieben süßes Blut

Es verwundert immer wieder, dass manche Menschen öfter von Mücken gestochen werden als andere. Liegt das an der Zusammensetzung des Blutes? Nein. Wie erwähnt reagieren Mücken vor allem auf den Körpergeruch und das ausgeatmete und über die Haut ausgeschiedene Kohlendioxid. Je höher der CO2-Gehalt in unserer Umgebungsluft, desto eher werden wir gestochen. Unser Blutzuckerspiegel ist dabei völlig unerheblich. 

 

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