Wie texanische Hunde in Südafrika Jagd auf Wilderer machen

Die ausgebildeten Jagdhunderudel verfolgen selbstständig Wilderer im Kruger-Nationalpark – mit eindrucksvoller Erfolgsbilanz.

Friday, July 17, 2020,
Von Paul Steyn
Bilder Von Sean Viljoen
Jagdhunde aus Texas

Früher setzten Teams zur Wildereibekämpfung im südafrikanischen Kruger-Nationalpark Foxhounds an der Leine ein, um Nashornwilderer zu verfolgen. Doch das langsame Tempo der Mensch-Hund-Gespanne führte oft dazu, dass die Wilderer entkamen. Nach der Ankunft der freilaufenden Hunde aus Texas nahmen die Verhaftungen von Wilderern dramatisch zu.

Bild Sean Viljoen

KRUGER-NATIONALPARK, Südafrika Noch 2017 führte Joe Braman mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern auf seiner abgelegenen Ranch im Süden von Texas ein geregeltes Familienleben. Als Teilzeitpolizist, Geschäftsmann und Cowboy hatte er nie auch nur einen Gedanken an die Krise der Nashornwilderei in Südafrika verschwendet. Doch schon im Mai 2018 sprinteten Braman und seine freilaufenden Hunde durch die Akazienebenen in der Nähe des Kruger-Nationalparks und jagten bewaffnete Nashornwilderer.

Der Trainer Johan Van Straaten lässt texanische Black and Tan Coonhounds bei einer Übung im Kruger-Nationalpark frei. Diese Hunde entstammen einer hundertjährigen Blutlinie freilaufender Hunde, die von Trainern in Texas gezüchtet wurden, um entflohene Häftlinge zu verfolgen und zu stellen. Sie sind schnell, aggressiv und lieben die Arbeit im Team.

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Nach Angaben der Behörden haben seine Jagdhunde den Strafverfolgungsteams im Großraum des Kruger geholfen, mehr als 145 Wilderer zu fangen und über 50 Gewehre zu beschlagnahmen. Damit hat sich nicht nur die Gesamtrate erfolgreicher Verhaftungen erhöht, sondern auch eine neue Strategie zur Bekämpfung der Wilderei in Afrika eröffnet.

„Lassen Sie sich das mal durch den Kopf gehen“, sagt Braman. „Wenn Sie einen Globus drehen und einen Dartpfeil darauf werfen und er stecken bleibt, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen unauffälligen Typen an der südlichen Küste von Texas finden, der auserwählt wird, um das Aussterben einer Art aufzuhalten?“

Kurz bevor die Hunde zur Verfolgung der Flüchtigen freigelassen werden, ist die aufgestaute Energie der Tiere im Lastwagen spürbar. Jeder Hund möchte als Erster die Fährte finden. Auf der Flucht kommunizieren sie über Gebell und geben nicht auf, bis sie entweder den Flüchtigen schnappen oder vor Erschöpfung anhalten müssen.

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Langsames Mensch-Hund-Gespann

Von 2008 bis 2018 wurden in Südafrika etwa 8.000 Nashörner gewildert. Ihre begehrten Hörner wurden nach Asien geschmuggelt, wo sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin Anwendung finden. Mehr als die Hälfte der Tiere stammt aus dem Kruger-Nationalpark und den umliegenden Privatreservaten. In Afrika gibt es in freier Wildbahn etwa 20.000 Breitmaulnashörner und etwas mehr als 5.000 vom Aussterben bedrohte Spitzmaulnashörner. Südafrika beheimatet etwa 80 Prozent der letzten verbliebenen Nashörner der Welt.

Die Verbindung nach Texas fand ihren Anfang 2017. Damals besuchte Theresa Sowry, CEO des Southern African Wildlife College – einer Einrichtung für Wildtiermanagement und ein Ausbildungsbetrieb in der Nähe des Kruger – Braman im texanischen Refugio. Sie wollte mit ihm um über seine Erfahrungen mit Hunden sprechen und die Tiere in Aktion erleben. Sie hatte von einer weltweit einzigartigen Blutlinie aggressiver, freilaufender Hunde gehört, die als Rudel in der texanischen Strafverfolgung eingesetzt werden, um aus dem Gefängnis entflohene Häftlinge aufzuspüren.

Zuvor hatte die südafrikanische Nationalparkbehörde, die auch den Kruger-Nationalpark beaufsichtigt, das College gebeten, ein Programm mit Hunderudeln zu testen. Es sollte ein neues Hilfsmittel für Ranger werden, um den zunehmenden Verlusten bei den Nashornbeständen entgegenzuwirken.

Die Teams zur Wildereibekämpfung setzten bereits einzelne Hunde (Bluthunde und Malinois) an Leinen ein, um Menschen zu verfolgen. Aber oft waren die Mensch-Hund-Gespanne nicht in der Lage, mit den fliehenden Wilderern Schritt zu halten. Schießereien zwischen Rangern und Wilderern waren an der Tagesordnung, Nashörner starben und Verhaftungen waren selten.

„Der Kruger war sehr daran interessiert, es mit freilaufenden Hunden zu versuchen“, sagt Sowry. Sie erklärt, dass das College damit beauftragt worden sei, das Konzept des Rudelhundeprogramms zu erproben – aber kaum Geld oder Ressourcen dafür bekam. „Der Aufbau eines Teams aus Rudelhunden ist ein gewaltiges Unterfangen“, erklärt sie. „Man braucht die richtigen Gene, das richtige Training und vor allem die richtige Einstellung, um all das zusammenzubringen.“ Niemand war dem gewachsen, bevor die Texaner sich der Sache annahmen, sagt sie.

Texanische Hunde für die Strafverfolgung

Wenn ein Flüchtiger von den Hunden gestellt wird, klettert er instinktiv auf den nächsten Baum. Bei dieser Trainingsübung im Kruger-Nationalpark jagten die Hunde einen Lockvogel auf einen Baum, umringten den Mann und sprangen und bellten, bis das Team zur Wildereibekämpfung eintraf.

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Als Profiteur einer lukrativen Ranch hätte Joe Braman es für unnötig halten können, nebenbei noch Polizist zu werden. Aber er fühlte sich zum Gesetzesvollzug berufen – und er fühlte sich schon immer zur Jagd hingezogen.

„Ich bin damit aufgewachsen, zusammen mit meinem Vater mit solchen Hunderudeln zu jagen“, sagt er. „Wir haben Luchse und Waschbären gejagt und jeweils 15 oder 18 Hunde darauf trainiert, der Witterung der Tiere zu folgen.“ Ihre Hunde sind amerikanische Coonhounds – so genannt wegen ihres Einsatz bei der Jagd auf Waschbären („racoons“) –, wobei es mehrere Rassen gibt: Black and Tan Coonhounds, Bluetick Coonhounds und Redtick Coonhounds. Nachdem Braman der stellvertretende Wildhüter für Texas Parks and Wildlife geworden war, trat er 2001 der Polizeiakademie von Houston bei und arbeitet seither für das Sheriff-Büro in den Bezirken Refugio und Victoria. Außerdem ist er ein ausgebildeter Meisterkoch und sagt selbst von sich, dass er seine Interessen notorisch auf die Spitze treibt. „Bei allem, was ich tue, schöpfe ich mein vollstes Potenzial aus. Ich dränge mich immer dazu, der Beste zu sein.“

Wenn die Hunde des Kruger-Nationalparks nicht im Einsatz sind, absolvieren sie Trainingsläufe, um fit und scharf zu bleiben. Hier führen die Ausbilder die Hunde nach einer Trainingsrunde am Nachmittag zurück zum Fahrzeug.

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Dasselbe gilt auch für seine Hunde. Auf Bramans Ranch waren Sowry und ihre Kollegen beeindruckt von einer Vorführung, bei der zehn der Hunde einem menschlichen Lockvogel im Unterholz nachsetzten. Die aufgeregten Hunde teilten sich auf und wetteiferten johlend und heulend darum, als Erste die Fährte aufzunehmen. Dann arbeiteten sie als Team zusammen, um auf der Fährte zu bleiben, während ihnen die Deputys auf Pferden folgten. Als die Hunde den Lockvogel schließlich erwischten, umzingelten sie ihn und bellten und bellten, während der verängstigte Flüchtige auf den nächsten Baum kletterte.

„Wir hatten keine Ahnung, ob man freilaufende Hunde auch in Afrika zur Wildereibekämpfung einsetzen könnte“, sagt Ivan Carter. Seine Naturschutzstiftung, die Ivan Carter Wildlife Conservation Alliance, stellte den Kontakt zwischen Braman und Sowry her und beteiligte sich an der Finanzierung des Projekts. „Das Team vom College war begeistert von der Vorstellung in Texas. Wir haben gehofft, dass Joe ihnen helfen können würde.“

Kurz nach der Demonstration nahm Braman eine Einladung des Colleges in den Kruger-Nationalpark an, um dessen Hundestaffel zu begutachten. „Ich wollte eigentlich nur vorbeischauen, mir einen Überblick verschaffen und ihnen dabei helfen, ein paar Hunde auszubilden“, sagt er. Aber die Dinge liefen nicht wie erwartet.

Johan Van Straaten ist der leitende Ausbilder der Hunde-Einheit und wuchs auf einer Farm in der südafrikanischen Karoo-Region selbst mit Hunden auf. Er experimentierte gerade damit, seine Hunde für Einsätze im Rudel auszubilden. Aber, so sagt er, „ich hatte meine Hunde noch nie darauf trainiert, zu beißen oder anzugreifen“.

Braman hielt Aggression für ein wesentliches Merkmal solcher freilaufenden Hunde. „Alles dreht sich um Einschüchterung“, sagt er. „Wenn dich ein Hund attackiert, wirfst du als erstes die Waffe weg und kletterst auf einen Baum.“ Dadurch bleibe Zeit, „den Wilderer einzuholen und in Gewahrsam zu nehmen“.

„Sie machten die Dinge nicht so wie wir in Texas“

Einem Hund beizubringen, eine Person zu beißen und sie in Schach zu halten, „ist eines der schwierigsten Dinge überhaupt“, sagt Braman. Man muss neue Welpen für kurze Zeit von ihrer Mutter trennen und ihnen ihr Futter vorenthalten, sodass „sie wütend auf einen werden. Und man lässt sie wissen, dass es in Ordnung ist, zu beißen und zu bellen.“ Im Training lernen die Hunde, einer individuellen menschlichen Geruchsspur zu folgen und den Flüchtigen im Laufen zu beißen und nach ihm zu schnappen. „Wir bringen ihnen bei, an der Person dranzubleiben“, und wenn sie das nicht tun, bekommen sie einen „Tritt in den Hintern“.

Van Staaten bezeichnet den texanischen Ausbildungsstil als alte Schule. „Sie sind sehr streng mit ihren Hunden“, sagt er. „Sie arbeiten mit Peitschen. Sie schreien die Hunde an und versetzen ihnen Elektroschocks, wenn sie nicht das Richtige tun.“ Er selbst bevorzuge eine natürlichere Herangehensweise beim Training – er lässt die Hunde Rollen ausfüllen, für die sie eine Veranlagung mitbringen. „Sie müssen arbeiten wollen“, fügt er hinzu.

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Braman sagt, dass er nach einigen Wochen in Südafrika frustriert über die langsamen Fortschritte mit den einheimischen Hunden war. „Die traten nur auf der Stelle“, sagt er. „Ihr Herz war am rechten Fleck, aber sie machten die Dinge einfach nicht so wie wir in Texas.“

An einem Tag während des Trainings zeigte Van Straaten Braman ein Video von einem paralysierten Nashorn. Das Horn des Tieres war an diesem Tag von Wilderern abgehackt worden. „Es röchelte sein eigenes Blut ein!“, erinnerte sich Braman. „Ich glaube, ich habe noch nie etwas so Schreckliches gesehen.“ Er sagt, er habe sich das Video immer und immer wieder angesehen. Und jedes Mal wurde er wütender.

„Ich glaube an [Aktion und] Reaktion“, sagt er. „Du tust etwas – und das bedeutet, dass ich dir etwas doppelt so Schlimmes antun werde, um mich an dir zu rächen. Einige dieser Leute töten ohne Rücksicht zwei oder drei Nashörner pro Nacht. Das ist Krieg. Und im Krieg ist alles erlaubt.“

Den Südafrikanern sagte er: „Ich muss nach Hause gehen und euch ein paar Hunde ausbilden!“

Eine Frage der Aggression

Zeke Ortiz war 30 Jahre lang als Hundetrainer für das texanische Gefängnissystem tätig und arbeitete mit freilaufenden Hunden, um im ganzen Bundesstaat Straftäter zu verfolgen. Er war gerade dabei, im Bezirk Refugio seine Rente zu beginnen, als Braman mit einem Vorschlag aus Afrika zurückkam: Er fragte ihn, ob er daran interessiert wäre, sich als Partner an einem Programm zur Ausbildung freilaufender Hunde für Afrika zu beteiligen.

Also brachte Ortiz hundert Hunde – viele davon vom Staat gestiftet – mit auf Bramans Grundstück. „Deren Gene gehen auf über ein Jahrhundert der Zucht für die Gefängnisarbeit zurück“, erklärt Ortiz. „Sie wurden auf Aggressivität gezüchtet.“

Die beiden Männer widmeten der Ausbildung der Hunde mehrere Monate. Sie konzentrierten sich auf die drei Hauptmerkmale, die einen guten freilaufenden Rudelhund ausmachen: Fährtensuche, das Anzeigen durch Bellen und Aggressivität.

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Van Straaten flog nach Texas, in der Hoffnung, dort neue Trainingstechniken zu erlernen und den Fortschritt von Braman und Ortiz zu beobachten. Als er einen Probelauf der Hunde sah, war er jedoch schockiert davon, wie sie an einem menschlichen Lockvogel hochsprangen, ihn bissen und an ihm zerrten. „Nachdem er den Tackle Suit ausgezogen hatte, war der Mann voller blauer Flecken“, sagt er. „Ich habe Theresa angerufen und sie gefragt: Wollen wir wirklich diesen Weg gehen? Wir werden Menschen töten!“

Braman willigte nach anfänglichem Zögern ein, eine neue Gruppe von Hunden so auszubilden, dass sie weniger aggressiv reagieren. „Ich habe Hunde darauf abgerichtet, echt gemein zu sein. Und ich meine wirklich fies, Mann! Ich wollte eine Botschaft an die Wilderer senden.“ Aber er gab zu: „Ich habe mich bei dem Training der Hunde von meinen Emotionen von dem [Nashorn-]Video leiten lassen“, sagt er. „Wir sind dann ein bisschen zurückgerudert.“

Er und Ortiz verbrachten weitere zwei Monate damit, die Fähigkeiten von 20 ihrer besten Jagdhunde zu verfeinern, und schickten sie dann nach Südafrika.

Wilderer auf der Flucht

Kaum war Braman wieder am Southern African Wildlife College angekommen, kam der erste Anruf: Wilderer hatten gerade ein Nashorn getötet – und sie waren auf der Flucht.

Die texanischen Hunde wurden in Windeseile in Hubschrauber gesetzt, um zum Einsatzort zu fliegen. Braman gibt zu, dass er ein wenig nervös war: „Meine Hunde hatten noch nie einen Elefanten gesehen, noch nie einen Löwen. Sie sind noch nie in einem Hubschrauber geflogen.“

Vor Ort nahmen die aufgeregten Hunde sofort die Fährte auf. Ausgestattet mit GPS-Halsbändern, hetzten sie über die goldenen Ebenen, vorbei an Herden von Impalas und Gnus, durch das Dickicht und über Termitenhügel. Nach sechseinhalb Kilometern erhielt Braman den Anruf von einem der Hubschrauber: Das Rudel hatte vier Wilderer gestellt.

„Die Wilderer schlugen sie mit Stöcken!" sagt Braman. „Gedanklich war ich noch immer in Texas und ich dachte: ‚Hoffentlich beißen sie sie!‘ Aber das taten die Hunde nicht. Sie haben sie einfach umzingelt: Gebellt, gebellt, gebellt! Wir kamen an und meine Hunde hatten einen Kerl unter einem Baum gestellt. Und wir nahmen [die Wilderer] in Gewahrsam. Alle waren fassungslos.“

Am nächsten Tag fing das Team noch mal drei Wilderer und am Tag darauf zwei weitere. Es folgten viele mehr, verteilt auf mehrere Einsätze. „Dass die Jagdhunde quasi direkt nach der Landung so viele Gruppen von Wilderern fangen konnten, war eine überdeutliche Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg waren“, sagt Ivan Carter.

Zehnmal mehr Verhaftungen

Dieser Welpe der Rasse Black and Tan Coonhound ist einer von neun Welpen, die von jenen Hunden abstammen, die Joe Braman aus Texas in den Kruger-Nationalpark brachte. Precious Malapane arbeitet mit den jungen Hunden. Sie erzählt, dass die Tiere selbstbewusst und empfänglich für menschliche Zuneigung sind, auch wenn sie bei der Jagd nach Wilderern aggressiv sein müssen.

Bild Sean Viljoen

Ohne Hunde schnappten die Teams zur Wildereibekämpfung laut dem College im Durchschnitt nur 3 bis 5 Prozent der bekannten Wilderer. Laut Sowry sei das der allgemein akzeptierte Durchschnitt. Mit der neuen Hundeeinheit stieg die Rate auf 54 Prozent – eine 10-fache Steigerung.

Sowry verweist aber deutlich darauf, dass die Anerkennung für den Erfolg allen Beteiligten zusteht. Von den Einheimischen, die wichtige Informationen liefern, über einzelne Leithunde und Hubschrauberpiloten bis hin zu Ordnungshütern am Boden: „Das alles spielt eine Rolle, nichts kann für sich alleine stehen“, sagt sie. „Das ist eine einzige große Teamarbeit.“

Precious Malapane zerrt mit den Welpen an einem Lappen, um von klein auf ihren Jagdtrieb zu fördern.

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Die menschlichen Teams sorgen auch für die Sicherheit der Hunde. Die lauten Hubschrauber vertreiben gefährliche Raubtiere und es sind bewaffnete Männer zur Stelle, falls es zu einem Schusswechsel kommen sollte. „Es ist ein riskanter Job für Mensch und Hund“, sagt Van Staaten. „Aber mit der Ausbildung und standardisierten Einsatzprozeduren versuchen wir, das Risiko zu minimieren.“

Es dauerte nicht lange, bis die texanischen Jagdhunde in Südafrika eigene Welpen hatten. Precious Malapane hilft bei der Betreuung der Tiere. „Wir bilden sehr selbstbewusste Hunde aus, die sich nicht scheuen, sich einem Wilderer selbstständig zu nähern“, sagt sie, während braune, langohrige Welpen an ihren Beinen knabbern. Laut Carter könnten diese Welpen eines Tages in andere Gebiete Afrikas entsendet werden, die ebenfalls Bedarf an freilaufenden Hunden haben, die Wilderer stellen.

Zurück in Texas erhielt Joe Braman eine gerahmte Urkunde des US-Repräsentantenhauses, die ihn für seine Bemühungen im Kruger-Nationalpark lobt. Inspiriert von ihrem Erfolg in Afrika setzen er und Ortiz das Jagdhundeprogramm in Texas fort. Sie bilden Rudelhunde für die Strafverfolgung und zur Bekämpfung des Menschenhandels im ganzen Bundesstaat aus.

Und sie verfolgen erfolgreich Verdächtige mit Hunden, die nicht beißen. „Ich habe in Afrika viel gelernt“, sagt er. „Als ich dort ankam, wollte ich einfach nur die Kontrolle haben. Aber ich musste Geduld lernen. Ich musste lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten. Und das hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.“

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

 

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