Wenn Papa alles gibt: Vorbildliche Tierväter

Von Schneeeulen bis zu Nachtaffen erweisen sich viele Männchen als aufopferungsvolle Väter, die zu Unrecht oft von den Müttern überschattet werden.

Thursday, October 8, 2020,
Von Brian Handwerk

Wenn es um die Erziehung von Tierkindern geht, stehen oft eher die Mütter im Mittelpunkt. Man sieht keine Bilder von Eisbärenjungen, die mit ihrem alten Herrn kuscheln, oder von einem Fischotterbaby, das auf dem Bauch seines schwimmenden Vaters döst.

Es stimmt durchaus, dass viele Tierväter nicht viel zu ihren Nachkommen beitragen, abgesehen von ihren Genen. Bei einigen Tierarten können die Handlungen der Männchen zudem alles andere als väterlich wirken: Lemuren, Löwen und Grizzlybären töten manchmal Jungtiere ihrer eigenen Art.

Doch die Tierverhaltensforscherin Jennifer Verdolin, Autorin des Buches „Raised by Animals“, sieht das anders: Aus ihrer Sicht werden viele Tierväter von der Gesellschaft herabgewürdigt und an den Rand gedrängt.

„Es herrscht das Narrativ vor, dass die Mütter sich um die Kinder kümmern, aber wenn ein Vater das tut, ist das gleich ein kleines Wunder“, sagt sie.

Doch Väter bewachen Nester, brüten Eier aus, verteidigen Höhlen und Territorien, füttern hungrige Mäuler, tragen Jungtiere auf dem Rücken und spielen mit ihren Nachkommen. Ihre Methoden und Rollen sind so unterschiedlich wie die Tierarten selbst, aber viele dieser Väter haben etwas gemeinsam – ihre enge Bindung zur Mutter ihrem Nachwuchs.

„Normalerweise sieht man viel männliche Fürsorge, wenn Mama und Papa eine enge Beziehung haben und wenn Papa relativ sicher sein kann, dass er Zeit damit verbringt, sich um Kinder zu kümmern, die er gezeugt hat", erklärt Eduardo Fernandez-Duque, ein biologischer Anthropologe und National Geographic Explorer. „Warum sollte er sonst Zeit für die Kinder aufwenden, wenn seine Gefährtin ihn betrogen hat?“

Ein schlechter Vater hinterlässt immer Spuren

Die Pflege durch beide Elternteile ist bei Arten verbreitet, deren Nachwuchs außerhalb des mütterlichen Körpers heranreift – beispielsweise bei Vögeln, die Eier legen. In solchen Fällen ist es einfach praktischer, wenn sich die Eltern die Last teilen. „Säugetiere sind aufgrund der Laktation und der Schwangerschaft, die allein der Mutter obliegt, in einer anderen Situation als Fische oder Vögel“, sagt er.

In anderen Fällen sind die Väter jedoch im Wesentlichen auf sich allein gestellt. Selbst bei paarbildenden Arten führt die geteilte Last der Aufzucht manchmal dazu, dass die Mutter abwesend ist – wie im Fall von Kaiserpinguinen, deren Väter monatelang allein bleiben.

Die Tiere in unserer Galerie haben sich in jedem Fall Anerkennung für ihre aufopferungsvolle Rolle als Väter verdient.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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